Gottesdienste auf YouTube mitfeiern

Jeder neue Gottesdienst und jede neue Andacht in unseren Kirchen wird hier verlinkt, so dass Sie immer zur entsprechenden Zeit mitfeiern können. Die Videos der bisherigen Gottesdienste kann man aber auch später noch jederzeit auf Youtube anschauen. 

Video des Gottesdienstes am 22.März, Sonntag Lätare in der Martin-Luther-Kirche auf YouTube

Video des Gottesdienstes am 29.März, Sonntag Judika, in der Martin-Luther-Kirche auf YouTube

Video des Gottesdienstes am 5. April, Palmsonntag, in der Martin-Luther-Kirche auf YouTube 

Passionsandachten in diesem Jahr als Online-Angebot

Montag bis Mittwoch gibt es die Passionsandachten jeweils ab 19.30 Uhr zum Thema „Menschen unter dem Kreuz“ online zum Lesen auf der Homepage und als Audiodatei zum Anhören auf YouTube im Kanal „Ev. Kirche Mössingen“. Sie liegen auch in den Kirchen ausgedruckt aus oder können im Pfarramt der Peter-und-Paulskirche telefonisch angefordert werden (Tel. 6275).

Ein Klick auf den Titel ruft die Datei auf YouTube auf.

Montag,

6. April

Der Jünger Johannes

Silvia Phleps, Joachim Rieger und Nikolai Ott

Text der Andacht zum Download hier

Dienstag,

7. April

Maria, die Mutter von Jesus

Dorothee Kemmler, Kerstin Metzger und Nikolai Ott

Text der Andacht zum Download hier

Mittwoch,

8. April

Der römische Hauptmann

Dagmar Hägele, Marcus Riethmüller und Nikolai Ott

Text der Andacht zum Download hier

Gründonnerstag

Video der "Nacht der verlöschenden Lichter" Aus der Johanneskirche auf YouTube.

Video-Gottesdienst an Gründonnerstag, 9. April 2020 ab 19.30 Uhr aus der Peter-und-Paulskirche zum Thema: „Noch ein Mahl, und dann geht’s los“. Mit dabei sein werden Pfarrer Joachim Rieger, Bezirkskantor Nikolai Ott und Mitarbeitende der Kirchengemeinde und des CVJM Mössingen. 

Karfreitag

Auch an Karfreitag gibt es einen Online-Gottesdienst aus der Martin-Luther-Kirche.

Ostern

Weder die Osternacht noch die Auferstehungsfeier dürfen in diesem Jahr stattfinden und viele Gemeindeglieder vermissen diese Gottesdienste schmerzlich.

Mit zwei Videoclips auf YouTube möchten wir einen Eindruck dieser Feiern ein wenig nachbilden. Ab Ostersonntagmorgen können sie hier und auf YouTube abgerufen werden. Das Osterlicht wird jedoch auch ganz real in unseren Kirchen brennen.

Wir zünden die Osterkerzen in der Peter-und-Paulskirche und der Martin-Luther-Kirche am Ostermorgen an. In beiden Kirchen stehen dann Osterlichter bereit, die an der Osterkerze entzündet und nach Hause mitgenommen werden können. Außerdem laufen in den Kirchen ebenfalls die Ostervideoclips.

Predigten zum Download 

22. März 2020, Sonntag Lätare: Predigt über Jesaja 66,13+14 (Pfr. Rieger)

29. März 2020, Sonntag Judika: Predigt über Jesaja 43,19 (Pfrin. Dietz)

5. April 2020, Palmsonntag: Predigt über Markus 14,3-9 (Pfr. Krämer)

9. April, Gründonnerstag: Predigt über 2.Mo 12,1-14  (Pfr. Rieger)

 

Gottesdienste

Wir bieten über unseren neuen YouTube-Kanal die Möglichkeit an, Gottesdienst online mitzufeiern. Die Links finden Sie hier auf dieser Seite.

Eine schriftliche Predigt für Palmsonntag von Pfarrer Krämer steht ebenfalls auf unserer Homepage zur Verfügung. Gemeindemitglieder ohne Internetzugang können gerne bei einem der Pfarrämter anrufen, dann bekommen sie die Predigt in Papierform in den Briefkasten. Die Predigt liegt auch in den geöffneten Kirchen zum Mitnehmen aus. Die Predigten der letzten Sonntage stehen ebenfalls als pdf-Dateien zum Download auf dieser Seite bereit. 

Zu den üblichen Gottesdienstzeiten läuten weiterhin die Kirchenglocken. Zu Gottesdienstbeginn sind wir voraussichtlich als Pfarrerin und Pfarrer zu persönlichen Einzelgesprächen vor Ort anwesend. Sie dürfen uns aber auch sonst sehr gerne in den Pfarrämtern anrufen oder uns eine Mail schreiben, damit wir in diesen besonderen Zeiten miteinander in Kontakt bleiben und einander ermutigen können.

Auch die Kinderkirche muss nicht ausfallen: Der Landeskinderkirchpfarrer meldet sich sonntags um 10 Uhr unter www.kinderkirche-wuerttemberg.de. Sonntags stellen die Apis um 8 Uhr eine neue Ausgabe von „Mach mit!“ online: www.die-apis.de.

Offene Kirchen für Gebet und Andacht

Unsere drei Kirchen sind tagsüber als Ort der Stille und des Gebets geöffnet. Ausgelegt ist dort auch die Predigt des vergangenen Sonntags. In der Martin-Luther-Kirche und der Peter-und-Paulskirche können auch Kerzen angezündet werden. In der Peter-und-Paulskirche haben wir für Sie einen Gebetsbriefkasten aufgestellt. Sie können Gebetswünsche aufschreiben, wir schauen regelmäßig nach und bringen Ihre Anliegen vor Gott. Herzliche Einladung! Als Christen verbindet uns besonders das gemeinsame Gebet in dieser außergewöhnlichen Situation. 

Unterstützung bei Einkäufen und Besorgungen

Wer Unterstützung bei Einkäufen und Besorgungen braucht, kann sich von Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr unter der Telefonnummer 0174-8496343 beim neu gegründeten Nachbarschaftshilfe-Netzwerk melden. Weitere Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten finden Sie an anderer Stelle im Amtsblatt. 

Bestattungen, Trauungen, Taufen, Konfirmationen, Geburtstagsbesuche

Bestattungen können momentan leider nur im engsten Familienkreis bis maximal 10 Personen im Freien stattfinden. Trauungen und Taufen müssen zur Zeit leider verschoben werden. Die Mössinger Konfirmationen werden voraussichtlich nach den Sommerferien im Herbst stattfinden. Um niemanden zu gefährden, können wir im Moment auch keine Geburtstagsbesuche machen, Sie bekommen aber einen schriftlichen Gruß von uns. 

Aus unserer Gemeinde ist verstorben und wurde bestattet:

Robert Beisel, 85 Jahre

Wir nehmen Anteil an der Trauer der Angehörigen und befehlen den Verstorbenen und uns alle in Gottes Hand. Jesus Christus spricht: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“

Töne der Hoffnung

„Zu Hause bleiben“ lautet das Gebot der nächsten Tage und Wochen. Als Bläserinnen und Bläser der Posaunenchöre aus Belsen, Öschingen und Mössingen halten wir uns natürlich an die vorgegebenen Regeln. Auch wenn es uns schwer fällt, unsere Instrumente zum Lobe Gottes nicht wie sonst gemeinsam erklingen lassen zu können. Nach interner Abstimmung und erster Erprobung haben wir uns dazu entschlossen, unsere Instrumente in diesen Tagen nicht ruhen zu lassen. Wir spielen von zu Hause aus. Von Balkonen, auf Terrassen, aus den Fenstern oder durch geöffnete Haustüren hindurch. Wir spielen zum Lobe Gottes und für unsere Mitbürger.

An den jeweiligen Probentagen der Chöre erklingen um 19:45 Uhr aus vielen Posaunenchor-Häusern tröstende und mutmachende Choräle.

Am Freitag, 28. März 2020 spielen die Bläserinnen und Bläser des Posaunenchores Mössingen, und am Mittwoch, 01. April 2020 erklingen von den Bläserinnen und Bläsern des Posaunenchores in Öschingen folgende Lieder:

  1. Befiehl du deine Wege [EG 361]
  2. Wer nur den lieben Gott lässt walten [EG 369]
  3. Der Mond ist aufgegangen [EG 482]

Die Liedtexte zu den Chorälen finden Sie im Evangelischen Gesangbuch jeweils unter der oben angegebenen Nummer.

Am Dienstag, 31. März 2020 musizieren die Bläserinnen und Bläser des Posaunenchores Belsen. Die Lieder können Sie tagesaktuell dem Blog des Posaunenchores Belsen unter http://pc-belsen.blogspot.com entnehmen.

Vitale Gemeinschaft auch bei "heruntergefahrenem" gesellschaftlichem Leben

Schon seit längerer Zeit arbeitet ein Initiativkreis mit Vertreter/innen verschiedener Organisationen unserer Stadt (Kirchen, Diakonie-/Sozialstation, Tafel, Mütterzentrum/Mehrgenerationenhaus, Hospizverein, Bürger für Bästenhardt, Bürgerstiftung, Stadt Mössingen vertreten durch Frau Schott, Koordinatorin für Bürgerschaftliches Engagement) an der Umsetzung der Idee eines Nachbarschaftshilfe-Netzwerks in und für Mössingen. Die Auswirkungen durch das Corona-Virus machen es nötig und sinnvoll, dass wir jetzt an den Start gehen.

In einem ersten Schritt wollen wir Menschen, die aufgrund ihres Lebensalters oder bestimmter Risikofaktoren soziale Kontakte konsequent meiden sollten und solchen, die sich in Quarantäne begeben mussten, unterstützen. Dazu gehören in erster Linie die Erledigung von Einkäufen und Besorgungen und telefonische Kontakte.  

Dafür brauchen wir Sie, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die Sie nicht zur Risikogruppe gehören! Wer ist bereit und in der Lage solche Dienste in der Nachbarschaft ehrenamtlich zu übernehmen?

Mit einem kleinen Koordinierungsteam wollen wir Unterstützungssuchende und Unterstützer/innen in (virenfreien) Kontakt bringen und als Brückenbauer fungieren. Für die Vermittlung brauchen wir Kontaktdaten wie Telefonnummer, Mailadresse, Anschrift (Stadtteil). Diese Daten werden absolut vertraulich behandelt. Wer sich als Unterstützer/in meldet bekommen von uns Telefonnummer und Anschrift von denen, die Unterstützung brauchen. Als Unterstützer/in nehmen Sie dann mit der genannten Person telefonischen Kontakt auf und erledigen die Besorgung. Direkte Kontakte sollten unbedingt vermieden werden. Die Wahrscheinlichkeit, sich an Geldscheinen oder Münzen mit dem Coronavirus zu infizieren, ist nach Einschätzung deutscher Experten sehr gering. Denkbar ist, das Wechselgeld in einem Kuvert zurückzugeben.

Wie werde ich Teil des Unterstützungsteams?
Ihre Bereitschaft zur Unterstützung können Sie mit Ihren Kontaktdaten (Name, Anschrift mit Stadtteil, Telefonnummer, Mailadresse) mitteilen unter der Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, über jedes Pfarramt in Mössingen, Belsen, Talheim, Öschingen oder an Werner Baur unter der Telefonnummer 07473-22213. Wichtig ist in der Situation ein verlässliches Engagement. Allerdings kann man sich auch jeder Zeit wieder aus der Liste der Unterstützer/innen streichen lassen. Eine kurze Mail oder ein Anruf genügt.


Wohin kann ich mich wenden, wenn ich Unterstützung brauche?

Aktuelle Infos

zu den Auswirkungen der Coronakrise auf unsere Landeskirche finden Sie zeitnah auf der ständig aktualisierten Seite der Landeskirche hier (https://www.elk-wue.de/corona

Hier einige Kurzinfos:

(20.3.20):

Corona-Verordnung des Landes BW

- Taufen und Eheschließungen sind nur noch im kleinsten Kreis (max 10 Personen) möglich

- Keine Gottesdienste bei Trauerfeiern; Eine Zusammenkunft bei Bestattungen ist nur im Freien möglich mit max. 10 Personen. 

hier das Schreiben des Landes im Einzelnen

 

(19.3.20):

- Konfirmationsgottesdienste verschieben: Der Oberkirchenrat setzt Gottesdienste bis auf weiteres aus. Die Konfirmationstage im April und Mai werden aufgehoben. 

- Keine Gottesdienste rund um Ostern: Auch in der Karwoche und an Ostern wird das Evangelium nicht im Predigtgottesdienst der Gemeinde verkündet, sondern in anderer Form, etwa in Hörfunk und Fernsehen oder im Internet. Stand heute ist davon auszugehen, dass Zusammenkünfte in Kirchen bis zum 15. Juni 2020 durch die Corona-Verordnung des Landes verboten sind.

- Die Pfarrämter sind mit sofortiger Wirkung für den Publikumsverkehr zu schließen. Wenn Menschen beim Pfarrhaus  oder im Gemeindebüro klingeln, sollen sie mit dem nötigen Sicherheitsabstand über die neue Lage informiert und auf die Erreichbarkeit über Telefon und digitalen Medien hingewiesen werden. 

 

Links

Auf der Homepage der Landeskirche finden sich geistliche Impulse und Informationen über mediale Gottesdienstangebote: https://www.elk-wue.de/gemeindeleben-online.

Außerdem gibt es ab sofort einen Youtube-Kanal "kirche-online-württemberg".

Am Sonntag gibt es auch einen Kindergottesdienst live: 

https://www.kinderkirche-wuerttemberg.de/kindergottesdienst-im-livestream

In der Peter-und-Paulskirche steht ein Gebetsbriefkasten. Sie können Gebetswünsche aufschreiben, wir schauen regelmäßig nach und bringen die Anliegen vor Gott. Herzliche Einladung! Ihr Pfarrer Rieger

 

Sämtliche Gruppen und Kreise unserer Kirchengemeinde können auf Grund der aktuellen Lage nicht stattfinden. Auch alle Veranstaltungen und Gottesdienste müssen abgesagt werden. Die Kirchenglocken werden sonntags trotzdem zum Gottesdienst läuten. Zum Gottesdienstbeginn werden wir in unseren Kirchen vor Ort ansprechbar sein.

Darüber hinaus sind wir telefonisch für persönliche Gespräche erreichbar: Peter-und-Paulskirche: 07473-6275, Martin-Luther-Kirche 07473-6541, Johanneskirche 07473-7628.

Die Peter-und-Paulskirche ist weiterhin tagsüber auch an den Wochentagen zum persönlichen Gebet und zum Anzünden einer Kerze geöffnet. Auch der in der Kirche aufgestellte Schriftenständer kann in diesen besonderen Tagen hilfreiche geistliche Impulse geben. Auch die Martin-Luther-Kirche und die Johanneskirche werden tagsüber für Gebete als Ort der Stille geöffnet sein.

Als Christen verbindet uns besonders das gemeinsame Gebet in dieser außergewöhnlichen Situation. Aus der Kraft des Glaubens wollen wir auch in diesen Tagen Hoffnung schöpfen und an unsere Nächsten denken, die in diesen Tagen unsere Unterstützung besonders benötigen.

Ihr Team der Mössinger Pfarrerin und Pfarrer: Joachim Rieger, Frauke Dietz, Uwe Braun-Dietz, Matthias Krämer

 

Unterkategorien

Angedacht

Palmsonntag, 05.04.2020

Evangelisches Gesangbuch Nummer 650 

  1. Liebe ist nicht nur ein Wort,

Liebe, das sind Worte und Taten.

Als Zeichen der Liebe ist Jesus geboren,

als Zeichen der Liebe für diese Welt.

 

  1. Freiheit ist nicht nur ein Wort,

Freiheit, das sind Worte und Taten.

Als Zeichen der Freiheit ist Jesus gestorben,

als Zeichen der Freiheit für diese Welt.

 

  1. Hoffnung ist nicht nur ein Wort,

Hoffnung, das sind Worte und Taten.

Als Zeichen der Hoffnung ist Jesus lebendig,

als Zeichen der Hoffnung für diese Welt.

 

„Das hat er nicht verdient!“ Dieser Satz ist mir hängengeblieben. Es war der enttäuschte Kommentar einer Frau zur Beerdigungsfeier ihres Ehemannes. Keine Orgel, kein Chor, keine Gemeinde, keine Freunde und Nachbarn, nicht einmal die Verwandtschaft darf kommen. So will es die Verordnung. Gerade einmal fünf Personen und direkte Familienangehörige dürfen mit ausreichend Abstand am Grab stehen.

Die gewohnte Rituale wie Aufbahrung, beim Essen zusammensitzen und reden, all das, was sonst selbstverständlich dazugehört ist nicht mehr möglich. Dabei brauchen wir es doch, um von dem Menschen Abschied nehmen zu können, der ein Teil unseres Lebens war. Und außerdem soll eine „anständige“, eine würdevolle Beisetzung eben auch ein Zeichen unserer Wertschätzung und Liebe sein.

Mit dieser Erfahrung, die wir gerade machen müssen, verstehen wir etwas besser, was damals beim Tod Jesu passiert ist. Er wurde mitten aus dem Leben herausgerissen, plötzlich, unerwartet. Seine Familie, seine Freunde und Freundinnen hatten keine Möglichkeit Abschied zu nehmen. Wie ein Verbrecher wurde er hingerichtet. Es war zum Verzweifeln. Und dann blieb keine Zeit für eine anständige, würdevolle Beisetzung. Jesus starb wenige Stunden vor dem Feiertag, der in der jüdischen Tradition schon mit Sonnenuntergang beginnt. Nicht einmal fünf Personen waren dabei, als Jesus ins Grab gelegt wurde. Es blieb keine Zeit für das Klagen und Weinen, keine Zeit für die Waschung und Salbung mit wohlriechenden Ölen. Der letzte Liebesdienst wurde Jesus versagt.

Zumindest an diesem Tag und an diesem Ort, denn zwei Tage vor seinem Tod hat eine Frau gerade diesen Liebensdienst an Jesus getan.

Jesus war in Betanien bei Simon, dem Aussätzigen, zu Gast. Während des Essens kam eine Frau herein. Sie hatte ein Fläschchen mit reinem, kostbarem Nardenöl. Das öffnete sie und goss Jesus das Öl über den Kopf.

Einige der Anwesenden waren empört darüber. „Was soll diese Verschwendung?“, sagten sie zueinander. „Dieses Öl hätte man für mehr als dreihundert Silberstücke verkaufen und das Geld den Armen geben können!“ Sie machten der Frau heftige Vorwürfe.

Aber Jesus sagte: „Lasst sie in Ruhe! Warum bringt ihr sie in Verlegenheit? Sie hat eine gute Tat an mir getan. Arme wird es immer bei euch geben und ihr könnt ihnen helfen, sooft ihr wollt. Aber mich habt ihr nicht mehr lange bei euch. Sie hat getan, was sie jetzt noch tun konnte: Sie hat meinen Körper im Voraus für das Begräbnis gesalbt.

Ich versichere euch: Überall in der Welt, wo in Zukunft die Gute Nachricht verkündet wird, wird auch berichtet werden, was sie getan hat. Ihr Andenken wird immer lebendig bleiben.“ (Markus 14,3-9)

Die Frau tut, was sie kann, und sie tut es von ganzem Herzen, gibt und legt ihr Innerstes in ihr Tun hinein. Es ist wirklich ein Liebesdienst, und es ist zugleich ein Gottesdienst. Sie salbt Jesus, wie der Messias, der Christus gesalbt wurde. Es ist ein Zeichen der Liebe und des Glaubens an den einen, der von Gott kommt, der sich den Menschen gleichstellt, ihre Krankheiten erduldet, ihr Leid teilt, ihre Belastungen und Fehler auf sich nimmt. Die Salbung ist ein Zeichen der Liebe und des Glaubens an den einen, den Gott zu den Menschen geschickt hat als Helfer und Tröster, Retter und Befreier.

Aber glauben die anderen um Jesus herum das nicht auch? Haben sie es nicht auch alle bekannt.

Es ist Palmsonntag. Heute wird an die Geschichte erinnert, wie Jesus auf einem Esel in Jerusalem einzieht. Da stehen alle Generationen ohne jeden Sicherheitsabstand am Straßenrand, jubeln und brüllen: „Du bist der Gesalbte, der König, der Helfer, der von Gott kommt!“ Als Zeichen bilden sie einen „roten Teppich“, indem sie ihre Kleider und Palmzweige auf dem Boden ausbreiten.

Alle in Jerusalem haben darüber geredet, wie Jesus Kranke heilt und sogar einen Toten wieder ins Leben zurückholt. Sie haben die Geschichten gehört, dass Gott mit Jesus eine neue Welt, eine neue Zeit begründet. So strömen sie zusammen und machen ein großes Fest daraus. Aber als das Fest vorbei ist, ist es auch mit dem Gottesdienst vorbei. Es gibt wieder Anderes, Wichtigeres zu tun.

Es gibt wieder Wichtigeres zu tun, als Jesus zu feiern. Das ist dann auch die Meinung der Männer, die um Jesus herumsitzen. Verächtlich sehen sie auf die Frau, die alles und sich selbst Jesus hingibt. Es gibt kein Verständnis für ihren Dienst und was er für eine Bedeutung hat. Es ist ihrer Meinung nach Zeit, etwas für die Armen, den Nächsten, die Mitmenschen zu tun.

Was ist denn nun wichtiger, Gottesdienst oder Dienst am Nächsten?

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Das Liebesgebot Jesu macht deutlich, dass Gottesliebe und Nächstenliebe nicht Alternativen sind, die gegeneinander ausgespielt werden können. Jesus mischt sich in das Gespräch der Männer ein, das diese hinter vorgehaltener Hand über ihn und die Frau führen. Er will mitreden, mit einbezogen werden und wendet sich mit seinen Worten an die Gesellschaft, die sich um ihn versammelt haben. In seiner Ansprache wird Jesus sehr deutlich und deckt, auf, dass der Verweis auf den Dienst am Nächsten richtig und zutreffend ist, hier aber nur vorgeschoben wird und kein Herzensanliegen ist.

Gilt das nur für die Zeit damals? Was ist bei uns jetzt dran? Gottesdienst oder Nächstenliebe?

Weil es Menschen in unserer Gemeinschaft gibt, deren Leben durch eine Ansteckung mit dem Coronavirus bedroht ist, sind Zusammenkünfte in Kirchen, Synagogen und Moscheen verboten. Es ist erfreulich zu beobachten, wie Kranke und Ältere versorgt sind, und wie viele sich auch bei uns im Nachbarschaftshilfenetzwerk engagieren. Gar nicht genug kann den Ärzten und Ärztinnen, den Pfleger und Pflegerinnen gedankt werden und allen, die für Nachschub und Unterhalt sorgen.

Dagegen gibt es am Palmsonntag keine fröhlichen Familiengottesdienst, am Gründonnerstag feiern wir nicht zusammen Abendmahl, Karfreitag bleiben wir zuhause und Ostern wird kein Fest, wie wir es kennen.

Keine Gottesdienste – alternativlos?

Ministerpräsident Kretschmann schreibt diese Woche in einem Brief an die Gläubigen der christlichen Kirchen: „Dieses Jahr werden wir hier im besonderen Maße kreative Lösungen brauchen, um trotz der Beschränkungen Gemeinschaft erleben zu können. … In diesen Zeiten brauchen wir Botschaften der Hoffnung, des Mutes und der Stärke mehr denn je, und wir brauchen die Gemeinschaft im Geist.“

Die Frau in Betanien zeigt, wie es gehen kann. Sie setzt sich über vorgefasste Meinungen und vorgebliche Regelungen hinweg und feiert Gottesdienst, einen Gottesdienst, den wir vielleicht zunächst gar nicht erkennen, verstehen, akzeptieren, weil er so anders und ungewohnt ist. Es ist ein Gottesdienst, der sich in der Begegnung zwischen einem einzelnen Menschen und Jesus ereignet, im Teilhaben und Teilgeben.

Es ist kein Gottesdienst, der mit den Worten beginnt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Es ist ein Gottesdienst, der damit beginnt, dass die Frau da ist, und dass Jesus da ist, und dass beide einander in Liebe und mit neuem Verstehen begegnen. Mit ihrer Handlung feiert die Frau Weihnachten, Karfreitag und Ostern zusammen, aber eben auch zusammen mit dem, der gekommen, gestorben und auferstanden ist.

Wir können Gottesdienst nicht feiern, wie wir es kennen und gewohnt sind, aber wir können Gottesdienste ganz neu feiern, indem wir nicht nur von Jesu Tod hören und über seine Auferstehung reden, sondern indem wir Jesus ganz neu begegnen.

In ihrer Hinwendung an Jesus spricht Jesus der Frau das Evangelium zu, die gute Nachricht von der Hoffnung im Leid, vom Leben im Tod, von der Freiheit in der Beschränkung, von der Zukunft im Hier und Jetzt. Eine Nachricht, die gerade auch heute, gerade in dieser Woche verkündigt und gefeiert wird – wo auch immer und wie auch immer.

Wir können, dürfen und sollen Gottesdienste kreativ feiern und gestalten, nicht nur als Pfarrerinnen und Pfarrer, sondern auch persönlich und in der Familie. Liebe Gott und liebe deinen Nächsten wie dich selbst, diese „dreifache“ Aufforderung zur Liebe schließt nicht aus, sondern ein. Neben den Ideen und Angeboten im Internet haben wir eine Bibel im Haus, Hände zum Beten und einen Mund zum Singen. Wer ein neues Gesangbuch hat, findet darin Anleitungen zu Andachten. Die Landeskirche hat die Abendmahlsverordnung geändert, damit auch in Familien und kleinen Gruppen Teilhaben und Teilgeben gefeiert werden kann.

Jesus sagt: „Ich versichere euch: Überall in der Welt, wo in Zukunft die Gute Nachricht verkündet wird, wird auch berichtet werden, was sie getan hat. Ihr Andenken wird immer lebendig bleiben.“

Diese Geschichte kann unsere Geschichte sein. Wir sind ein Teil der Guten Nachricht. Diese Geschichte wird bei jeder Beisetzung verkündet, in welcher Form sie auch stattfindet. Und der Auferstandene bezieht Lebende und Tote in diese Geschichte der Liebe ein.

 

Gebet

Gott,

du begleitest uns auf dem Weg, der vor uns liegt, so können wir ermutigt in diese Karwoche gehen, können deinem Sohn nachfolgen, auch wenn wir ihn nicht ganz verstehen.

So brauchen wir seinem Leiden und dem Leiden  in der Welt nicht ausweichen, sondern werden es aushalten.

Wir bitten dich für alle, die felsenfest im Glauben stehen und sich dir ganz nah fühlen. Schenke ihnen die Einsicht, dass auch sie immer noch auf dem Weg sind, bewahre sie vor Überheblichkeit. Nimm etwas von ihrem Selbstvertrauen  und stärke ihr Vertrauen in dich.

Wir bitten dich für alle, die voller Zweifel sind, die nicht wissen, was sie von dir halten sollen, ob sie dir vertrauen können. Schenke ihnen deine Nähe, lass sie im Herzen spüren, dass du da bist, dass du für sie da bist.

Wir bitten dich für alle, die ein gutes Gespür für das Richtige haben, die sich beherzt einsetzen, wo es nötig ist. Stärke sie in ihrem Handeln, und schenke ihnen dabei deine Nähe.

Amen

Gott segne dich!

 

Pfr. Matthias Krämer, Mössingen