Fromm und frei – von Christen, Pietisten und Missionaren

Am 12. November bildet der Gottesdienst in der Peter-und-Paulskirche den Auftakt für die um 11 Uhr anschließende Vernissage in der benachbarten Kulturscheune, wo die Ausstellung „Fromm und frei – von Christen, Pietisten und Missionaren“ eröffnet wird. Im Reformationsjahr 2017 und dem 500. Jubiläumsjahr der Peter-und-Paulskirche gibt das Museum einen Einblick in das Glaubensleben im Steinlachtal durch die Jahrhunderte.
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Vorstellen der Handreichung: Synodaler zeigt konkrete Schritte

Harald Kretschmer, Synodaler unserer Landeskirche und einer der Hauptinitiatoren der Erklärung der Landeskirche zu Waffenexporten stellt am Freitag, 1. Dezember um 19.00 Uhr in der Martin-Luther-Kirche die neue Handreichung zur Erklärung der Landeskirche vor. Darin gibt es ganz konkrete Ideen und Möglichkeiten, wie Gemeinden aktiv werden können. Kretschmer zeigt auf, wie es in Fragen der Rüstungskonversion und der Rüstungsexporte in den Kirchen Baden-Württembergs weitergehen soll.

Erklärung der Landeskirche zu Rüstungsexporten:

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Adventskalender

Seit über 20 Jahren begleitet Der Andere Advent vom Vorabend des ersten Advents bis zum 6. Januar mit Texten und Bildern durch die Advents- und Weihnachtszeit. Gönnen Sie sich – gerade im trubeligen Advent – jeden Tag eine kleine Kalenderzeit!

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Temperamentvoll & einfühlsam

Der Gospelchor Gönningen ist nun über 25 Jahre fester Bestandteil der hiesigen Gospel-Szene. Gegründet wurde er von einer Handvoll musikbegeisterter Menschen, und in der Zwischenzeit „hat er sich den Ruf eines der besten Gospelchöre der Region ersungen“. Der Chor aus etwa 40 Sängerinnen und Sängern zeichnet sich durch die vielen Solisten aus, die aus den eigenen Reihen kommen.

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Die erste theologische Denkschrift für den Frieden

Die „Klage des Friedens“ gilt als die pazifistische Hauptschrift des Erasmus von Rotterdam, die er 1517 anlässlich einer geplanten Friedenskonferenz im nordfranzösischen Cambrai verfasst hat. In dem Text fordert Erasmus eine starke Trennung der Kirche von allem Militärischen und die größtmögliche Anstrengung weltlicher Herrscher, gewalttätige Konflikte zu vermeiden. Angesichts von Extremismus und Gewalt weltweit ist diese Schrift auch nach 500 Jahren ungebrochen aktuell.

 

Ein Abend mit Prof. Dr. Thomas Nauerth, Osnabrück, Institut für kath. Theologie, Friedenstheologie am 21. November im Katholischen Gemeindehaus um 20.00 Uhr.

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Angedacht

Im Zeichen des Europäers

Er war ein wahrer Europäer: Geburtsort: Szomathely im heutigen Ungarn vor 1700 Jahren. In Pavia in Oberitalien wuchs er auf – ein Junge mit Migrationshintergrund. Nahezu zwangsrekrutiert (sein Vater war Offizier und nötigte seinen 15-jährigen Sohn zur militärischen Laufbahn) war er zuerst in Mailand stationiert, danach in Frankreich, unter anderem in Amiens, bis er schließlich als 39-jähriger bei Worms kurz vor einer Schlacht noch den Kriegsdienst verweigerte und aus dem Militär ausschied.

Martin, Bischof von Tours, allen bekannt als „St. Martin“, der Mantelteiler, war eine beeindruckende Persönlichkeit.

Neben der Geschichte vom Teilen des Mantels mit dem Bettler am Stadttor von Amiens und der Legende von den Martinsgänsen, die den Bischofskandidaten durch ihr Schnattern verraten, gibt es noch mehr Geschichten um den „Soldaten Christi“. Der strenge, enthaltsame Asket gründete 361 das erste abendländische Kloster in Ligugé bei Poitiers. Er stand der Aufwertung der Kirche zur römischen Staatskirche kritisch gegenüber, vor allem der zeremoniellen Aufwertung und Verehrung des Klerus.

Schon zu Lebzeiten war der eigenwillige Bischof äußerst beliebt und er wird heutzutage in der katholischen, anglikanischen und auch der evangelischen Kirche hoch geschätzt. Martin ist unter anderem der Schutzpatron Frankreichs, der Slowakei und etlicher katholischer Bistümer wie Mainz und Rottenburg-Stuttgart. Und am 11. November feiert man bei uns überall das Martinsfest.

Martin von Tours ist damit schon allein aufgrund seines Bekanntheitsgrades eine europäische Persönlichkeit. Mehr noch ist er es aber durch das, wofür er steht. In Zeiten, in denen nationalistisches Gedankengut wieder erstarkt, steht er für eine länderübergreifende Identität. Und wenn zurzeit von jenseits des Atlantiks egoistische „America first“-Töne erklingen, so verkörpert Martin das, was Europa hiervon unterscheidet: Solidarität, Fürsorge für die Schwachen, den Blick über den Tellerrand hinaus auf das Gemeinwohl. Martin steht weiterhin für eine Kritik am ungezügelten Kapitalismus und für einen anteilgebenden Lebensstil.

All diese Werte haben Europa in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ausgezeichnet. Und nicht zuletzt unser Land hat mit der sozialen Marktwirtschaft und seiner Sozialgesetzgebung hier Maßstäbe gesetzt.

Gerade jetzt, wo unser Kontinent sich nach der Amerikanisierung der letzten Jahrzehnte wieder zurückbesinnt auf das, was ihn ausmacht, kann Martin von Tours eine Leitfigur sein – und das auch interreligiös: Bei unseren Martinsfeiern hier in Mössingen begegnen sich ganz selbstverständlich jedes Jahr viele Kinder und Erwachsene aus vielen Kulturen und Religionen. So werden auch in diesem Jahr wieder Martinsbrezeln geteilt im Zeichen des Europäers, der unterwegs war im Geiste Jesu Christi.

Viele Grüße – Ihr und euer Pfarrer

Uwe Braun-Dietz

 

 

Skulptur „Hl. Martin“, Rottenburg, von Karl Ulrich Nuss, (Bild: Wikipedia)