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Mössingen - Kirche mittendrin
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Ich sterbe. Kommst du?

Kino und KircheKinoKirche neu 2

(Deutschland,2025, 98 Minuten/ab 12)

Freitag, 27.2. - 20.15 Uhr, Lichtspiele Höfgasse 12 in Kooperation mit Hospizdienst Mössingen + Gomaringen

KinouKirFeb26

Eine alleinerziehende Mutter hat eine tödliche Krankheit und wird nicht mehr lange leben. Widerwillig packt sie ihre Sachen und zieht in ein Hospiz. Sie vermisst ihren fünfjährigen Sohn, der fortan bei der Großmutter aufwächst. Als sie Besuch von ihm bekommt, fürchtet sich der Junge vor der glatzköpfigen Frau im Bett. Nun möchte die Mutter nur noch sterben. Im Gemeinschaftsraum lernt sie allerdings eine lebenslustige Frau kennen, die sich vom Sterben nicht unterkriegen lässt.

„Ich sterbe. Kommst du?“ wagt einen ungewöhnlichen Blick auf das Sterben, erzählt von den Herausforderungen letzter Lebenstage, vom Abschiednehmen, der Angst vor dem Tod, aber auch vom Humor, den das Leben bis zum Schluss behält und der Erkenntnis, dass das Leben oft unfertig zu Ende geht.

Der Film wurde im Januar mit dem Max Ophüls-Preis für den gesellschaftlich relevanten Film 2025 ausgezeichnet.

Regie: Benjamin Kramme; Darsteller: Jennifer Sabel, Barbara Philipp, Hildegard Schroedter.

Angedacht

Das Heilige wiederfinden

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Bild aus dem Film "Der Bauer und sein Prinz" http://www.derbauerundseinprinz.de

Der Satz kam überraschend. In einem Dokumentationsfilm über sein Konzept der ökologischen Landwirtschaft von 2013 sagt der damalige britische Kronprinz Charles im Blick auf den Zustand der Welt: „Das Gefühl für das Heilige fehlt. Wir müssen das Heilige wiederfinden.“ Es ging ihm dabei vor allem um die ungebremste, hemmungslose Gier des Menschen, die die Erde und ihre Lebewesen ausbeutet und nur nimmt, ohne etwas zurückzugeben. Aber dass der heutige King Charles die Ursache dafür im Verlust des Heiligen und damit letztlich des Gottesbezugs sieht, hätte ich nicht gedacht.

Im Wiederfinden des Heiligen sieht der Prinz den „einzigen Weg, die Zerstörung des Planeten zu vermeiden“. Und er hat Recht. Unsere Welt ist tief krank, weil vielen Menschen nichts mehr heilig ist. Sie haben Ehrfurcht und Respekt vor dem verloren, was uns anvertraut und geschenkt ist und denken nur an Profit und sich selbst. Doch wie soll und kann das gehen: „Das Heilige wiederfinden“? 

Heiliges ist rein, schön, vollkommen und ganz („heil“). Es steht dem rein Irdischen gegenüber. Alle Menschen haben, wenn sie es zulassen, eine Ahnung davon. Man ahnt es in der Schöpfung, beim Blick in den Sonnenuntergang, den Sternenhimmel, auf das Meer oder auf Keimen und Wachsen im Frühjahr, dass wir von viel Größerem umgeben sind. Man spürt es an besonderen Orten voller Geschichte wie zum Beispiel alten Kirchen. Wir Christen hören und lesen davon aus der „Heiligen Schrift“, der Bibel. Sie reicht tief in die Geschichte und umschreibt Sinn und Werden der Schöpfung und den Urgrund von allem: Gott. Er redet zu uns aus ihr und wird darin zu unserem Gegenüber. Um das Heilige wiederzufinden, müssen wir uns also letztlich einfach nur Gott öffnen, hören und schauen, zur Ruhe kommen und schweigen.

Mitte Februar beginnt wieder die Passionszeit. Die wird meist mit Fasten und Verzicht in Verbindung gebracht. Vielleicht sollten wir sie aber besser Findezeit oder Be-Sinn-ungszeit nennen.

Die vor uns liegenden Wochen bis Ostern bieten sich hervorragend an, das Heilige neu zu suchen und Sinn zu finden: Über den Frühling staunen und Pflanze und Tier als Mitgeschöpf verstehen; unsere Kirchen als Orte sehen, an denen wir Gott und uns selbst begegnen können; sein Wort im Lesen der Bibel aufnehmen und für uns bedenken; im Feiern des Gottesdienstes loslassen, was uns treibt und jagt; im Innehalten und Unterbrechen des Dauerkonsums das Herz zur Ruhe bringen; vom Nehmen weg zum Lassen und Geben kommen.

Jesus hat mal gesagt: „Kommet her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Mt 11,28) Er lädt uns gerade in den nächsten Wochen ganz besonders ein, im Blick auf ihn zur Ruhe zu kommen und das Heilige wiederzufinden – in ihm.

Viel Freude beim Suchen und Finden wünscht Ihr und euer Pfarrer

Uwe Braun-Dietz