Martin Böger neuer Tübinger Dekan

Pfarrer Martin Böger ist neuer Dekan des Kirchenbezirks Tübingen. Seine Investitur findet am 1. Februar 2026 in der Stiftskirche statt. Er folgt auf Elisabeth Hege, die nach 13 Jahren im November in den Ruhestand trat.
Der 38-Jährige war bislang Pfarrer an der Eberhardskirche und Fachreferent für Ethik und Weltanschauung beim Evangelischen Oberkirchenrat. Nach dem Vikariat in Ulm-Wiblingen wurde er Repetent am Evangelischen Stift in Tübingen und übernahm anschließend die Pfarrstelle Ost in der Tübinger Eberhardsgemeinde. „An allen Stationen war ich sehr gerne, durfte viel lernen und Neues ausprobieren“, sagt er. „Sehr geschätzt habe ich immer die große Breite dieses Berufs – vom Konfiunterricht über Kasualien bis zu den Strukturdebatten, die uns in der Kirche derzeit intensiv beschäftigen.“
Als Dekan möchte Böger die Gemeinden im Wandel begleiten und stärken. Ihm geht es um Nähe zu den Menschen und um eine Kirche, die Orientierung gibt. „Wir dürfen uns mehr Vision zutrauen“, sagt er. Jede Gemeinde, aber auch der Kirchenbezirk und die Landeskirche, brauche eine eigene Vision – nicht als Schlagwort, sondern als geistliche Richtung, die Zusammenarbeit und Schwerpunkte ermöglicht.
Zentral für Bögers Denken ist das Verständnis von Kirche als Diaspora – als eingestreute Kirche. Diaspora ist für ihn kein Mangel, sondern Bestimmung: Kirche lebt als von Gott „eingestreute“ Gemeinschaft – mitten in der Welt, für die Welt, in Beziehung zu den Menschen. Entscheidend ist nicht ihre Größe, sondern ihr Beziehungs- und Sendungscharakter. Eine solche Kirche versteht sich als „Kirche mit und für andere“.
Darum legt Böger Wert auf einen hoffnungsvollen und zugleich realistischen Blick auf die Kirche. „Ich will nicht in das Klagen und Resignieren einstimmen, sondern zuversichtlich und bejahend in die Zukunft schauen.“ Diese Haltung möchte er im Kirchenbezirk lebendig halten und „in die Gesellschaft einstreuen“ – durch Kooperation, Dialog und gemeinsame Verantwortung.
Zur geistlichen Mitte gehört für ihn die Feier des Gottesdienstes – nicht als moralische Instanz, sondern als Ort, an dem Menschen Kraft schöpfen und Ermutigung für ihren Alltag erfahren. Als künftiger Pfarrer an der Stiftskirche freut er sich auf das lebendige Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen und auf das reiche musikalische Leben der Gemeinde.
Und wenn er einmal nicht arbeitet, läuft er durch den Schönbuch, liest, lacht gern und genießt gutes Essen mit Familie und Freunden.
In seinem neuen Amt möchte Martin Böger dazu beitragen, dass Kirche nah bei den Menschen bleibt – ermutigend, zugewandt und offen für Neues.







