Café Schüle

Das Café Schüle findet einmal pro Monat im Gemeindehaus Mittelgasse 19 statt - meistens am 2. Dienstag im Monat. Immer von 14.30 Uhr bis ca. 16.00 Uhr mit Themen rund um Glaube und Gesellschaft. Immer gibt es dabei Zeit für Gespräche und Kaffee und Kuchen. 

Über Gisela Müller, Tel. 21611 ist ein Fahrdienst möglich. Genauere Infos zum aktuellen Thema finden sich unter "Aktuell".  

Angedacht

…und Friede auf Erden

So hörten es eine Gruppe von Erdenbewohnern, als sie mitten in der Nacht von einem blendenden Licht aufgeschreckt wurden, und himmlische Wesen ihre Botschaft über dem Hirtenfeld bei Bethlehem ausrichteten.

So war es damals. Heutzutage höre ich die Nachrichten von Krieg und Bomben, unter denen Millionen von Menschen leiden. Ich werde fast jede Woche in den Leserbriefen der Zeitung damit konfrontiert, das alles könne nicht stimmen, da die Kirchen über die Jahrhunderte hinweg Krieg, Leid und Streit über die Erde ausgebreitet hätten.

In einem Hörbuch wurde mir von einem Mann erzählt, der versucht in Israel einen Weltkrieg anzuzetteln, weil er meint, erst dann würde Jesus sein Friedensreich errichten. Es war nur ein Roman, doch solche Gedanken werden tatsächlich laut.

… und Friede auf Erden? Die Hirten lebten damals in einer Welt, in der sich der römische Herrscher mit dem Ehrentitel Friedenskaiser schmücken durfte. Pax, Frieden zu bringen, bedeutete, andere mit Waffengewalt zu unterwerfen und zu unterdrücken, so dass sie Ruhe gaben.

Die Hirten haben in jener Nacht einen Blick in den Himmel werfen können und den Frieden Gottes gesehen. Aber dieser Blick bleibt eine Illusion, wenn wir meinen, wir könnten den Frieden erzwingen, die Menschen friedlich machen. Es waren auch nicht die Engel, die den Frieden gemacht hätten. Sie haben den Frieden nicht einmal gebracht. Sie haben die Botschaft vom Frieden ausgerichtet und damit zum Frieden bewegt.

Gott verspricht den Frieden, er spricht ihn zu. Die Hirten werden durch diese Worte ermutigt, sich auf den Weg zu machen. Das ist die andere Seite. Die Worte vom Frieden bleiben für uns ein leeres Versprechen, wenn wir uns nicht auf den Weg zum Frieden machen trotz allem Erschrecken über die Menschen und was sie der Erde und einander antun, trotz allem Zweifel über die so unwirklich erscheinende Nachricht.

Wir werden den Frieden nicht finden, wenn wir auf uns und unsere Möglichkeiten, auf die Erde und ihre Gegebenheiten starren, noch wenn wir zu den Sternen schauen und uns in Dunkelheit und Licht verlieren, sondern wenn wir uns aufmachen zu sehen, was da an Weihnachten geschehen ist und warum der, der auf alle himmlischen Heerscharen verzichtet hat, der Anfang des Friedens, der Friede selbst ist.

Den Weg zum Frieden zu gehen, die Botschaft des Friedens weiterzutragen, sendet Gott uns nicht mit dem Worten: „Die Macht sei mit dir“, sondern mit der Hoffnung: „Gott gebe dir Frieden.“

Diesen Segen wünsche ich Ihnen auf dem Weg zu Weihnachten 

Ihr Pfarrer

Matthias Krämer