„Sommerkirche“

Noch vor der Coronakrise haben die Kirchengemeinderäte von Mössingen und Belsen beschlossen, in diesen Sommerferien die Gottesdienstzeiten in Belsen und an der Johanneskirche so anzugleichen, dass Doppeldienste möglich sind. Der Hintergrund dafür war der Wunsch, sämtliche Dienste in dieser Zeit durch unsere vier Pfarrämter abdecken zu können. In der Krise sind wir nun froh um diese Regelung, denn diese „Sommerkirche“ ermöglicht unseren Gemeinden nicht nur jeden Sonntag vertraute Gesichter auf den Kanzeln, sondern auch mehr zeitliche und räumliche Flexibilität.

zu den Gottesdiensten

Sonntag, 02.08., 20.00 Uhr, Bibelstunde im Gemeindehaus Mittelgasse zum Thema „Markusevangelium“ mit Dr. Friedemann Fritsch, Hirrlingen

Sonntag, 13.09., 20.00 Uhr, Einführung in den 2. Korintherbrief“ mit Dr. Eberhard Hahn, Ofterdingen.

Im Herbst statt im Frühjahr

Die Pandemie hat viele Planungen für dieses Jahr über den Haufen geworfen, darunter auch die Konfirmationen in unseren Kirchen. Ursprünglich geplant für den Zeitraum von Ende April bis Ende Mai mussten wir plötzlich neue Termine finden. Mit fünfmonatiger Verspätung finden die Konfirmationen nun Ende September und im Oktober statt.

Gottesdienste zur Einschulung

Jenaplanschule                  Aula Jenaplanschule          

rote LG        Do, 17.09.      8.00 Uhr

gelbe LG     Do, 17.09.      9.00 Uhr

blaue LG     Do, 17.09.      10.00 Uhr

Langgassschule                 Peter-und-Paulskirche       

Kl. 1a            Do, 17.09.      9.00 Uhr

Kl. 1b            Do, 17.09.      10.00 Uhr

Gottlieb-Rühle-Schule     Martin-Luther-Kirche           

Kl. 1c            Do, 17.09.      9.30 Uhr

Kl. 1d            Do, 17.09.      10.30 Uhr

Bästenhardtschule              Johanneskirche

Klasse 1a       Fr, 18.09.      8.15 Uhr

Klasse 1b       Fr, 18.09.     9.00 Uhr 

Klasse 1c       Fr, 18.09.     9.45 Uhr 

Hilfsangebote im Landkreis

Liebe Kirchenmitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,

unser Leben, wie wir es kannten, ist in den letzten Wochen aus seinen Bahnen geworfen worden. Für einige wurde der Alltag gebremst und entschleunigt, andere wurden plötzlich „systemrelevant“ genannt und haben mit großen Herausforderungen und Belastungen zu kämpfen. Andere sind nun schon lange Zeit alleine, isoliert und auf sich selber gestellt. Und für manche ist von heute auf morgen die wirtschaftliche Existenz bedroht. Das Corona-Virus verändert uns und unsere Gesellschaft und nicht immer ist es leicht, damit umzugehen.

Wir als Diakonisches Werk Tübingen und Evangelischer Kirchenbezirk Tübingen möchten Ihnen daher eine Übersicht über professionelle und dauerhafte Beratungsangebote geben.

Ein Licht zwischen den Wolken

(Albanien 2018) Freitag, 25.09., 20.15 Uhr, Lichtspiele Höfgasse 12

Als ein Hirte in seinem albanischen Bergdorf, in dem Muslime und Katholiken zusammenleben, unter dem Putz der Moschee ein Christusbild entdeckt, gerät der Dorffrieden in Gefahr. Auch muss sich der fromme Mann mit seinen fernab lebenden Geschwistern auseinandersetzen, die mit der Aussicht auf den nahen Tod des Vaters ihre Ansprüche auf dessen Haus geltend machen. Mit atemberaubend schönen Bildern und langen, ruhigen Einstellungen beobachtet das dialogarme Drama die Meinungsverschiedenheiten und vermittelt über den Dorf-Mikrokosmos die schwierigen Prozesse, die am Beginn jeder religiösen Toleranz stehen. Der in sich gekehrte Hirte entpuppt sich in dem zutiefst humanistischen Film als Vermittlerfigur, der dem Konfliktpotenzial seine Güte und die Sehnsucht nach Liebe entgegenhält

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Angedacht

Breit aus die Flügel beide

Nun sind sie schon wieder unterwegs nach Afrika: Die Mauersegler, die von Mai bis Ende Juli im Giebel unseres Pfarrhauses nisten.

Durch ein Fenster auf der Rückseite des Nistkastens können wir sie Jahr für Jahr beobachten. Einer der berührendsten Momente des Sommers ist für mich dabei immer der, wenn die kleinen Küken geschlüpft sind. Nur wenige Zentimeter groß, blind und völlig hilf- und schutzlos liegen sie im Nest. Ohne ihre Eltern hätten sie keine Chance. Doch sofort beginnen die Altvögel zu hudern, nehmen ihre Jungen also schützend unter ihre Fittiche, um sie zu wärmen – so wie dies ja alle Vögel machen. Beim Anblick dieser Szene fällt mir immer eine Zeile aus dem Lied „Nun ruhen alle Wälder“ (Evang. Gesangbuch Nr. 477) ein:

„Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein (=Küken) an. Will Satan mich verschlingen, so lass die Engel singen: Dies Kind soll unverletzet sein.“

Gott als behütende Vogelmutter, als große, beschirmende und schützende Macht, unter deren Flügeln wir Menschen wie kleine Küken Zuflucht und Wärme finden – was für ein eindrückliches Bild. Und eines, dass nicht nur im Kirchenlied, sondern ganz unmittelbar auch in der Bibel oft verwendet wird.

Die Psalmen sind geradezu voll davon. Dort heißt es: „Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!“  Beter bitten Gott um Zuflucht unter seinen Fittichen, sie finden Schutz, „bis das Unglück vorübergehe“ und frohlocken geradezu unter dem Schatten von Gottes Flügeln.1 Sogar im 121. Psalm klingt das Motiv an, wenn es heißt „Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechen Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.“ (Ps 121,5).

Ich erinnere mich noch gut an diesen kalten und verregneten Sommer vor einigen Jahren: Die Mauerseglerküken waren noch klein und die Altvögel fanden nirgends Nahrung. Deshalb mussten sie beide wegfliegen. Mauersegler, die außer beim Brüten nur fliegen, können locker mal ein paar hundert Kilometer weit fliegen, um in besserem Wetter kleine Insekten und „Luftplankton“ als Nahrung zu fangen. Ihre Küken fallen dann solange in eine Art Kältestarre, die sie einige Tage überleben lässt.

Bang starrten wir Tag für Tag in den Nistkasten und sahen die nackten, hungrigen Küken. Als wir schon die Hoffnung aufgegeben hatten, zischten plötzlich zwei triefnasse schwarze Schatten durch den regenschweren Himmel: Die Eltern mit Schnäbeln voller Nahrung. „Können Eltern je ihr Kind vergessen?“ (Jes 49,15)   

Ein letztes: Nach einem Monat sind aus den kleinen Küken erwachsene Vögel geworden, äußerlich ihren Eltern gleich. Auch das ist mir ein Gleichnis, wie Gott sich uns wünscht: Als seine Ebenbilder, ihm gleich. Zu ihm hin sollen wir wachsen. 

Schon jetzt freue ich mich auf die „sriii – sriii“-Rufe der Mauersegler im nächsten Mai, die den Sommer künden.

Herzliche Grüße - bis denne

Ihre und eure Pfarrerin

Frauke Dietz  

1 Zum Nachschlagen hier die Psalmstellen: Psalm 36,8; 61,5; 17,8; 57,2 und 63,7.