Kino und Kirche - 2

Die Unsichtbaren – Wir wollen leben

(D 2017) - Freitag, 30.11. - 20.15 Uhr  

7000 jüdische Bewohner Berlins wiedersetzten sich 1943 der Deportation, indem sie in der Metropole in unterschiedlicher Tarnung und in verschiedenen Verstecken untertauchten.

Vier Überlebende erinnern sich an ihre dramatischen Erlebnisse als Jugendliche und erweisen sich dabei als begnadete Erzähler. Diese Zeitzeugen-Interviews verknüpft der Film dramaturgisch geschickt mit spannenden, vorzüglich interpretierten Spielszenen, die Ängste und Schrecken ebenso spürbar machen wie Unternehmensgeist, Hoffnungen und den bemerkenswerten Rückhalt in der Bevölkerung Berlins.

Ein intensiver, bewegender dokumentarischer Spielfilm, der nachdrücklich an den Mut zum Widerstand gegen Unrecht und Verfolgung appelliert

Angedacht

Geschmückte Braut

Für dieses Jahr ist die Hochzeitssaison in unseren Kirchen vorbei. Im Spätherbst und Winter gibt es fast nie kirchliche Trauungen. Das liegt sicher vor allem am Wetter, aber auch die nun vor der Tür stehenden Gedenktage Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag sind nicht gerade dazu angetan, Hochzeitsfreude zu verbreiten. Doch gerade in dieser Zeit werden wir im letzten Buch der Bibel an eine bevorstehende Hochzeit ganz anderer Art erinnert: „Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.“ (Offenbarung 21,2; Monatsspruch für November) Jerusalem ist bis heute der Sehnsuchtsort vieler Juden und Christen – obwohl oder gerade weil Jerusalem eine der umstrittensten Städte der Welt ist. Sicher ist Jerusalem eine ganz besondere Stadt, in die man sich verlieben und die man immer wieder besuchen kann. Doch für den Seher Johannes ist klar, dass das irdische Jerusalem für Christen nicht der endgültige Sehnsuchtsort ist. Gottes neue Welt muss schon ganz anders aussehen als das, was wir bisher kennen: das neue Jerusalem, eine Stadt, ein Ort zum Wohnen – made in Heaven, aus dem Himmel auf die Erde importiert.

Bei Hochzeiten ist man als Pfarrer ja manchmal sehr überrascht, wenn man eine Braut bei der Hochzeit sieht. Man hat sich beim Traugespräch in Alltagskleidung kennengelernt, und jetzt ist die Braut kaum mehr wiederzuerkennen. Im Neuen Testament wird die Gemeinde der Christen immer wieder mit einer Braut verglichen. Das neue Jerusalem als geschmückte Braut ist also kein Ort aus Holz, Steinen und Beton, sondern ein lebendiger Organismus von Menschen. An der Kirche, an der Braut im Alltagslook gibt es viel auszusetzen, sie ist keine besondere Schönheit, sie hat viele Makel und Charakterschwächen. Aber Gott selbst wird sie am Ende der Tage in eine strahlende Schönheit verwandeln. Denn der Bräutigam Jesus Christus wartet auf sie, um gemeinsam mit ihr das himmlische Hochzeitsmahl zu feiern.

Wenn jetzt die trüben Tage mit manchen traurigen Erinnerungen kommen, dann könnte die Vorfreude auf das große Hochzeitsfest im Himmel eine hilfreiche Perspektive sein. So wie eine Braut dem Hochzeitstag entgegenfiebert, an dem sie ihre Alltagsklamotten gegen das Brautkleid eintauscht, so fiebern wir Christen dem Tag der Verwandlung entgegen, an dem wir als christliche Gemeinde auf der Erde himmlisch wohnen werden.

Herzliche Grüße

Ihr Pfarrer Joachim Rieger