Weltgebetstag in der Martin-Luther-Kirche

„Kommt, alles ist bereit!“

Unter diesem Leitwort laden uns christliche Frauen aus Slowenien ein zum Weltgebetstag 2019. Sie stellen uns ihr wunderschönes Land vor, das mitten in Europa liegt; direkte Nachbarn sind Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien. Slowenien ist landschaftlich sehr abwechslungsreich: Die Alpen mit hohen Bergen, klare Seen und tiefe Flüsse, grüne Wälder, Strand und Meer an der Adriaküste.

Nach einer slowenischen Legende hat Gott speziell für Slowenien das Souterrain geschaffen, beeindruckende Höhlensysteme. Die Höhlen „škocjanske jame“ wurden 1986 von der UESCO in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen. Wir dürfen uns vertraut machen mit der wechselvollen Geschichte des Landes, das immer wieder von unterschiedlichen Mächten regiert und beherrscht wurde. Erst seit 1991 ist Slowenien selbstständiger Staat – eine junge Demokratie. In der Gottesdienstordnung hören wir von den unterschiedlichen Lebenssituationen und deren Sorgen und Nöten der slowenischen Frauen und ihrer Familien. Seit dem Jahr 2000 wird auch in Slowenien der Weltgebetstag begangen. Für die Erarbeitung der beeindruckenden Gottesdienstordnung und die Auswahl des Schrifttextes danken wir dem slowenischen Weltgebetstags-Komitee ausdrücklich.

Herzliche Einladung am Freitag, 1. März um 19.00 Uhr in die Martin-Luther-Kirche! Ein Fahrdienst wird angeboten über Familie Bohnet Tel: 3662.

Angedacht

Einheit leben lernen

Am Anfang stand eine leckere Sahnetorte, gebacken aus vielen köstlichen Zutaten.  Über 500 Menschen waren am 13. Januar in die Quenstedtaula zum Auftaktgottesdienst für die diesjährige Allianzgebetswoche gekommen.

„Einheit leben lernen“ lautete das Motto. Wir erfuhren: So wie verschiedene Zutaten erst eine Torte ergeben, ergeben auch erst viele verschiedene Menschen und Gemeinden das Ganze der Kirche.

Professor Volker Gäckle, Leiter der Internationalen Hochschule Liebenzell, hielt eine eindrückliche Predigt, in der er unter anderem sagte: „Was uns trennt, sind nicht nur unsere unterschiedlichen Bekenntnisse oder Gesangbücher – oder Liedfolien, sondern was uns trennt ist unsere Geschichte und viele schlimme Geschichten in dieser Geschichte! … Doch die Gemeinde Jesu hat einen Herrn, einen Geist und einen Gott und Vater und deshalb ist sie wesenhaft ein Leib. Das ist ihre Identität. Wir gehören zusammen, ob wir das wollen oder nicht, ob wir das aushalten oder nicht.“

Gäckles Worte führten allen vor Augen, dass Christen nur miteinander und nicht neben- oder gar gegeneinander leben und handeln können. Wir brauchen einander. Wir gehören zueinander. Gerade auch in unserer Unterschiedlichkeit ruft uns Jesus Christus einander anzunehmen, zu lieben, zu ertragen und gemeinsam um die Wahrheit zu ringen.

Eine starke Botschaft war das, die ankam und die selbst auch vielfältig zum Ausdruck kam: Die „vereinigten Posaunenchöre“ aus den Gemeinden des Steinlachtals harmonierten. Pfarrer aus vielen Kirchengemeinden gestalteten den Gottesdienst mit. Menschen aus dem ganzen Stadtgebiet beteten und sangen gemeinsam und redeten beim anschließenden „Ständerling“ miteinander.

Mich selber hat am meisten berührt, dass Diakon Rainer Bochtler die Schriftlesung gehalten hat. Damit war erstmals ein Vertreter der katholischen Kirchengemeinde an diesem Gottesdienst mitbeteiligt. Welch ein Zeichen der Einheit, nicht nur über Gemeinde- sondern auch über Konfessionsgrenzen hinweg. Ein Zeichen, dass wir miteinander auf dem Weg der Ökumene sind. In Unterschiedlichkeit natürlich: Gemeinde Jesu Christi ist vielgestaltig, ein Leib mit vielen verschiedenen Gliedern und einem Haupt und Herrn. Und so, wie ein Leib nur im Zusammenspiel seiner Glieder funktioniert und heil ist, ist Christi Kirche nur gemeinsam ganz.

„Die Einheit der Gemeinde ist keine Option, die man wählen kann oder auch nicht. Einheit ist ein Ausdruck unserer Identität.“, betonte Gäckle und ich habe mich in diesem Moment gefragt, ob es nicht Zeit für eine ACK hier im Steinlachtal wäre.

Die „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ ist nämlich ein ökumenisches Dach für Christen aller Konfessionen. Sie zeigt ökumenische Einheit nach außen und lebt sie. Kein Einheitsbrei, sondern ein Ganzes aus vielen Zutaten. Jeder behält seine Identität, aber er stellt sich mit ihr unter dieses große Dach.

Ich finde, wir sollten uns als Folge dieser Allianzgebetswoche gemeinsam aufmachen, diese Einheit zu suchen – um Christi und um unseretwillen.

Liebe Grüße und bis denne von Ihrer und eurer Pfarrerin

Frauke Dietz