KonfiCAMP 2019

Unter dem Motto „Wer jagt gewinnt“ strömen am 13.07 über 160 Konfis mit ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern und Pfarrern nach Pfrondorf aufs Spatzennest.Das evangelische Jugendwerk Bezirk Tübingen sorgt sich das Wochenende über um die Organisation, das Essen und jede Menge geistliche Impulse. Letzteres steht dabei immer in Verbindung mit dem Motto, welches an die diesjährige Jahreslosung angelehnt ist: „Suche Frieden, und jage ihm nach!“ Das Input-Team macht den Konfis hierbei klar, dass es extrem wichtig ist, dem Frieden mit sich selber, mit anderen, mit der Schöpfung und mit Gott nachzujagen.

Im großen Zirkuszelt loben wir Gott mit coolen, modernen Liedern, wie z.B. „My Lighthouse“. Das Programm-Team sorgt mit einem Nachtgeländespiel, einer Spieleshow und mehrfachen Laola-Wellen für genügend Action. Aus Mössingen waren auch wieder 9 Konfirmanden der Peter und Paulskirche, sowie 4 Konfirmanden der Johanneskirche mit einigen Mitarbeitern dabei. Mössingen war eine tolle Gruppe und wir haben sogar einen Gutschein zum Eis Essen gewonnen.

Die Stimmung auf dem KonfiCAMP war genial, und das obwohl es teilweise regnete. Die Jugendlichen kamen nach diesem Wochenende glücklich und erfüllt, aber auch erschöpft nach Hause zurück.

 

Angedacht

Wozu noch Kirche?

220 000 Menschen sind im letzten Jahr aus der Evangelischen Kirche ausgetreten – und in diesem Jahr werden es ähnlich viele sein.

Auch unsere Kirchengemeinde schrumpft. War sie einst mit 6300 Gemeindegliedern die größte Einzelgemeinde im Landkreis, so hat sie in den letzten 15 Jahren 800 Gemeindeglieder verloren, durch Todesfälle, Umzüge, aber auch durch Kirchenaustritte.

Eher selten liegt das direkt an unserer Kirchengemeinde. Viel schwerer wiegen die „großen Themen“: Skandale in Kirchen, rückständig empfundene Moralvorstellungen und die Kirchensteuer werden genannt, vor allem aber gilt eine fehlende Bindung zu Kirche als Hauptgrund für den Mitgliederschwund. Viele wissen offensichtlich nicht mehr, was Kirche eigentlich soll.

Wenn Menschen aber nicht mehr wissen, wozu Kirche überhaupt (noch) da ist, dann stellt sich uns die „Relevanzfrage“, die Frage nach unserer Bedeutung in der und für die Gesellschaft immer

stärker. Wozu braucht man Kirche überhaupt noch? Wofür steht sie? Weshalb soll man sie – auch finanziell – unterstützen? Wir sind als Kirche mehr denn je gefragt, hier Antworten zu nennen.   

Es gibt diese Antworten und sie leiten sich unmittelbar von unserem Auftrag als Kirche her. Wenn Jesus in Mt 28,19 sagt: „Gehet hin und lehret alle Völker“, dann beauftragt er uns, uns einzumischen in die Gesellschaft und sie durch Gottes Licht zu beleuchten und zu hinterfragen.

Wir sind gerufen, Ängste und Sorgen der Menschen zu hören und darauf einzugehen, so wie Jesus selbst die Menschen wahrgenommen hat. Er ist zu Schwachen und Außenseitern gegangen, hat Maßstäbe für ein gelingendes Miteinander benannt, Menschen Hoffnung auf Zukunft gemacht und Angst überwunden.

All das geschieht auch heute in unserer Kirche und in unseren Gemeinden: Diakonie und Nächstenliebe, Seelsorge, Bildung mit Wertmaßstäben und einer hohen Ethik, Einsatz für Stadt, Land, Gesellschaft und Welt, Eintreten für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, Trost, Stärken und Ermutigen von Menschen, ihre Gaben zu entfalten, Stimme für Schwache und Stumme sein – für all das und noch mehr setzen sich Christen in der Nachfolge Jesu ein.

Dennoch kommt mir unsere Kirche manchmal vor wie ein schlafender Riese. Als wäre sie sich ihres Auftrags nicht so recht bewusst - und umgekehrt, als würde auch die Gesellschaft als Ganzes nicht mehr sehen, welch unglaubliche Kraft zur positiven Veränderung der Welt in Kirche steckt.

Ich würde mir deshalb wünschen, dass wir alle uns dieser Kraft bewusster werden, nicht nur die stark Kirchenverbundenen, sondern gerade die vermeintlich „Kirchenfernen“: Dass sie sich einmischen, gemeinsame Schnittmengen suchen und wir miteinander für das Wohl der Welt und der Menschen eintreten. Wenn wir gemeinsam diese Kraft erkennen, dann erledigt sich auch die Relevanzfrage von selbst, denn dann bleiben wir als Kirche dort, wohin Jesus uns gesandt hat: Mittendrin als Boten Gottes für die Welt.

 

Herzliche Grüße

 

Uwe Braun-Dietz

P.S.: Am 1. Advent ist übrigens wieder Kirchenwahl. Eine gute Möglichkeit für alle sich einzumischen.