Themen- und Filmabend in Belsen

„Der lange Marsch gegen den Hungertod“

Am Donnerstag, 14. Februar um 19.00 Uhr zeigt Pfr.i.R. Dr. Martin Baier im Gottlieb-Schwarz-Gemeindehaus in Belsen den Film „Der lange Marsch gegen den Hungertod“.

Dieser Film zeigt das von Armut und Hunger geprägte Leben von Christen auf der indonesischen Karstinsel Sumba.

Aus dem Kreis Hararu müssen die Dorfbewohner etwa 20 km zu dem hochgelegenen Walddschungel laufen, dort die Iwi-Knollen suchen. Die Knollen werden in Plastiksäcken gesammelt, zu einem Wasserlauf gebracht, gewässert und mit den Beinen gestampft, damit die Giftstoffe entfernt werden können. Etwa eine Woche dauert der Marsch und die Prozedur, dann hat man für zwei bis drei Tage zu essen.

Martin Baier, Kind eines Missionars-ehepaars und in Borneo aufgewachsen, war nach eigener Missionstätigkeit in der ev. Kalimantan-Kirche im Süden von Borneo Pfarrer in Balingen und in Albstadt, bis er dann als Lehrbeauftragter an eine theologische Ausbildungsstätte im Osten der Armutsinsel Sumba berufen wurde. Dort war er bis im März 2018 tätig. Er wohnt in Hechingen, wo er Urlaubsvertretungsdienste übernimmt und sich der Süddeutschen Gemeinschaft angeschlossen hat.

Er ist Vorsitzender des Vereins Freundeskreis Indonesische Außeninseln e.V., publiziert Bücher und Aufsätze über die Missionsgeschichte und endogene Kultur in Borneo, so auch das Buch: „Der Fluss in der Mitte“ über Borneo-Missionare wie z.B. Gottlieb Schwarz. Dieses Buch kann an diesem Abend erworben werden.

Angedacht

Einheit leben lernen

Am Anfang stand eine leckere Sahnetorte, gebacken aus vielen köstlichen Zutaten.  Über 500 Menschen waren am 13. Januar in die Quenstedtaula zum Auftaktgottesdienst für die diesjährige Allianzgebetswoche gekommen.

„Einheit leben lernen“ lautete das Motto. Wir erfuhren: So wie verschiedene Zutaten erst eine Torte ergeben, ergeben auch erst viele verschiedene Menschen und Gemeinden das Ganze der Kirche.

Professor Volker Gäckle, Leiter der Internationalen Hochschule Liebenzell, hielt eine eindrückliche Predigt, in der er unter anderem sagte: „Was uns trennt, sind nicht nur unsere unterschiedlichen Bekenntnisse oder Gesangbücher – oder Liedfolien, sondern was uns trennt ist unsere Geschichte und viele schlimme Geschichten in dieser Geschichte! … Doch die Gemeinde Jesu hat einen Herrn, einen Geist und einen Gott und Vater und deshalb ist sie wesenhaft ein Leib. Das ist ihre Identität. Wir gehören zusammen, ob wir das wollen oder nicht, ob wir das aushalten oder nicht.“

Gäckles Worte führten allen vor Augen, dass Christen nur miteinander und nicht neben- oder gar gegeneinander leben und handeln können. Wir brauchen einander. Wir gehören zueinander. Gerade auch in unserer Unterschiedlichkeit ruft uns Jesus Christus einander anzunehmen, zu lieben, zu ertragen und gemeinsam um die Wahrheit zu ringen.

Eine starke Botschaft war das, die ankam und die selbst auch vielfältig zum Ausdruck kam: Die „vereinigten Posaunenchöre“ aus den Gemeinden des Steinlachtals harmonierten. Pfarrer aus vielen Kirchengemeinden gestalteten den Gottesdienst mit. Menschen aus dem ganzen Stadtgebiet beteten und sangen gemeinsam und redeten beim anschließenden „Ständerling“ miteinander.

Mich selber hat am meisten berührt, dass Diakon Rainer Bochtler die Schriftlesung gehalten hat. Damit war erstmals ein Vertreter der katholischen Kirchengemeinde an diesem Gottesdienst mitbeteiligt. Welch ein Zeichen der Einheit, nicht nur über Gemeinde- sondern auch über Konfessionsgrenzen hinweg. Ein Zeichen, dass wir miteinander auf dem Weg der Ökumene sind. In Unterschiedlichkeit natürlich: Gemeinde Jesu Christi ist vielgestaltig, ein Leib mit vielen verschiedenen Gliedern und einem Haupt und Herrn. Und so, wie ein Leib nur im Zusammenspiel seiner Glieder funktioniert und heil ist, ist Christi Kirche nur gemeinsam ganz.

„Die Einheit der Gemeinde ist keine Option, die man wählen kann oder auch nicht. Einheit ist ein Ausdruck unserer Identität.“, betonte Gäckle und ich habe mich in diesem Moment gefragt, ob es nicht Zeit für eine ACK hier im Steinlachtal wäre.

Die „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ ist nämlich ein ökumenisches Dach für Christen aller Konfessionen. Sie zeigt ökumenische Einheit nach außen und lebt sie. Kein Einheitsbrei, sondern ein Ganzes aus vielen Zutaten. Jeder behält seine Identität, aber er stellt sich mit ihr unter dieses große Dach.

Ich finde, wir sollten uns als Folge dieser Allianzgebetswoche gemeinsam aufmachen, diese Einheit zu suchen – um Christi und um unseretwillen.

Liebe Grüße und bis denne von Ihrer und eurer Pfarrerin

Frauke Dietz