Rosencafé mit neuem Namen

Heart Rose Cafe Mössingen

Überall auf der Welt gibt es Hard Rock Cafes: New York, London, Paris, Moskau, Tokio, Berlin… nur nicht in Mössingen.

Vermutlich wird sich das auch auf absehbare Zeit nicht ändern. Aber dafür gibt es jetzt in Mössingen ein Café, das es sonst nirgendwo auf der Welt gibt: Das Heart Rose Cafe Mössingen.

Nur fünf Stunden im Jahr geöffnet, nämlich beim Rosenmarkt

am 17. Juni von 12 bis 17 Uhr: Mit Kaffee (Katharina von Bora), Tee (natürlich fairtrade), vielen leckeren, selbstgemachten Torten und Kuchen, Crêpes, frisch gepresstem Orangensaft und Rosenprosecco.

120 Plätze im Kircheninnern und draußen bieten Rosenmarktbesuchern einen Ort, um zu entspannen, zur Ruhe zu kommen und zu genießen.

Wie in jedem Jahr gibt es wieder von 13 bis 17 Uhr Rosenführungen mit Geschichten zu den verschiedenen Rosen, die rings um die Kirche unter der Lutherrose wachsen.

Von der Lutherrose, leitet sich auch der neue Name des Cafés her. Diese findet sich deshalb auch im Logo des Heart Rose Cafes wieder. Und wie es sich gehört, gibt es natürlich auch T-Shirts und Schürzen in bio-fairtrade-Qualität zu kaufen. Man kann diese vorab auch schon im Pfarramt (Tel. 6541; mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) bestellen oder freitagvormittags im Weltladen in der MLK anprobieren. Der Weltladen hat natürlich auch in diesem Jahr wieder am Rosenmarkt geöffnet. 

Der Erlös des Heart Rose Cafes ist nochmals für die Renovierung der Außenanlagen der Kirche bestimmt.

Angedacht

Die Herzensrose

 „Rose“ und „Herz“ - das gehört für uns ganz eng zusammen. Eine Rose ist eben nicht nur eine Blume, sondern sie hat eine tiefe Symbolik. Sie spricht zum Herzen. Schenkt ein Mann einer Frau eine rote Rose, dann heißt das: „Ich liebe dich!“ und weiße Rosen stehen für Reinheit und Unschuld.

Diese Verbindung zwischen Rose und Herz besteht seit langer Zeit. Schon im Mittelalter wurden Herzensangelegenheiten „sub rosa“, unter der Rose besprochen. Über Beichtstühlen fand sich oft das Rosensymbol, das für Verschwiegenheit stand. Alle Herzensangelegenheiten, so lautete die Botschaft, werden vertraulich behandelt.

Auch Martin Luther nahm diese Symbolik in seinem Wappen, der Lutherrose auf. Das rote Herz in der Mitte steht dabei für seine Person. In die Mitte dieses Herzens malte er ein schwarzes Kreuz, das für den Glauben an den Gekreuzigten steht. Durch diesen Glauben sah er sich vom Schutzmantel der Rose umgeben: „Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rosen stehen, anzuzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe.“

Gottes Friede und seine Reinheit umgeben Luthers Herz, bergen ihn und stellen ihn ins weite Blau der himmlischen Hoffnung, die von der goldenen Unendlichkeit Gottes als Ring eingefasst ist.

Ich finde das ein erstaunlich emotionales, fast romantisches Glaubenszeichen, dass sich der kämpferische, harsche und oft auch derbe Reformator hier gibt. Er zeigt damit seine Verletzbarkeit und gleichzeitig seinen Halt im Leben: „Allein Christus, allein der Glaube“.

Es freut mich deshalb, dass eine große, goldene Lutherrose über Mössingens Dächern auf dem Kirchturm unserer Martin-Luther-Kirche leuchtet – wie ein Zeichen Gottes an uns: Fürchte dich nicht! Vertrau deine Herzenssachen mir an. Ich berge sie und berge dich im Mantel der weißen Rose.

Beim Rosenmarkt finden sich inzwischen jedes Jahr hunderte Menschen unter dieser Lutherrose ein zu Kaffee und Kuchen, zur Rast, zum Auftanken, zur Freude an Rosen. Was lag näher, als dieses Rosencafé umzubenennen in „Heart Rose Cafe“? Denn es soll ja nicht nur irgendein Café sein, sondern ein Ort mit Mehrwert. Ein Ort, an dem man Kirche anders erleben und Gott anders begegnen kann, umgeben von Rosen, die Herzen berühren.

Manch ein erschöpfter und schwerbepackter Rosenmarktbesucher hat in den vergangenen Jahren hier schon Kirche als Oase erlebt, als Ort zum Durchatmen, Seele baumeln lassen, Kraft schöpfen und sich aufgehoben fühlen - ein klein wenig „sub rosa“ eben. Genau so soll es sein.

Ich wünsche Ihnen und euch immer wieder solche Plätze „sub rosa“, in denen man sich, egal ob in Mössingen oder sonst wo, so von Gott geborgen fühlt wie einst Martin Luther dies tat.

Bis denne

Ihre und eure Pfarrerin 

Frauke Dietz