500 Jahre Reformation - 70 Jahre Mössinger Kantorei

Konzert zum Reformationsjubiläum

Am Sonntag, 29. Oktober 19.00 Uhr, Peter-und-Paulskirche Mössingen.

Zum Reformationsjubiläum musiziert das Mössinger Vokalensemble, die Mössinger Kantorei, Solisten und Instrumentalisten Kantaten und Motetten von J. S. Bach,

G. Ph. Telemann (Ein feste Burg ist unser Gott), Johann Pachelbel (Doppelchor Singet dem Herrn)‚ Felix Mendelssohn-Bartholdy (Verleih uns Frieden), Javier Busto (Magnificat für Frauenchor), Wachet auf ruft uns die Stimme und Lieder der Reformation. Darunter ist ganz besonders zu erwähnen „Jesaia dem Propheten das geschah“ von Melchior Vulpius, eine Bearbeitung für Frauenchor.

Weitere Ausführende sind Hanna Seiz, Oboe; Marc Dieter, Trompete; Clara Seiz und Rebecca Creuzberger, Violine; Julia Creuzberger, Viola; Eva-Maria Ferber, Fagott; Regina Böpple, Orgel; Liturgie: Joachim Rieger. Gesamtleitung: Günther Löw.

Herzliche Einladung zu diesem besonderen Konzert. Wir bitten um Spenden. Der Erlös ist für die die Peter-und-Paulskirche bestimmt.

 

Angedacht

Heilige – Bilder – Vorbilder

 

Jetzt kommt dann wieder die Jahreszeit, in der zumindest zwei Heilige in den Blickpunkt geraten. Da ist zum einen Sankt Martin, dessen Andenken an vielen Orten mit Martinsumzügen bewahrt wird. Und selbstverständlich kommt dann bald Sankt Nikolaus und füllt die Stiefel der Kinder mit Süßigkeiten. Dabei spielt es inzwischen keine Rolle mehr, ob wir evangelisch oder katholisch sind, diese beiden werden, wenn auch vielleicht aus unterschiedlichen Gründen, von großen Teilen der Bevölkerung verehrt.

Ja, und dann haben wir dieses Jahr noch unseren Martin Luther,  der im Rahmen des Reformationsjubiläums wie ein speziell evangelischer Heiliger geehrt und auf den Sockel gestellt wird.

Zumindest den Namen hat er von Sankt Martin, da er an dessen Gedenktag getauft wurde. Allerdings lesen und hören wir auch viel, das zum kritischen Nachdenken Anlass gibt, wie seine Aufforderungen, gewaltsam gegen Juden vorzugehen oder den Bauernaufstand brutal niederzuschlagen. Von einem tadellosen Leben lässt sich bei ihm kaum sprechen, oder was macht einen Heiligen sonst aus?

Luther selbst und seine Mitarbeiter haben durchaus daran festgehalten, dass wir das Leben und Handeln der Menschen, die als Heilige bezeichnet werden, als Vorbild für unser Leben und Handeln nehmen sollen. Viel wichtiger aber war ihnen, dass wir sehen, wie Gott den Heiligen durch den Glauben geholfen hat.

Heilige sind also vor allem ein Vorbild für Gottes Handeln an uns. Die Geschichten von Heiligen malen ein Bild von Menschen, mit denen Gott etwas anfangen konnte, die bereit waren, dass Gott etwas aus ihrem Leben macht.

Luther war tatsächlich ein Heiliger, weil er erlebt und akzeptiert hat, dass Gott alles für ihn getan hat. Er ist wie die altbekannten Heiligen ein Vorbild darin, dass er sich trotz seiner Fehler und Verfehlungen ganz auf Gott verlassen hat.

Können wir das auch glauben? Können wir glauben, dass wir Gott brauchen, und dass Gott uns gebrauchen kann? So jedenfalls macht Gott auch uns zu Heiligen. Das sollten wir in diesen Tagen nicht vergessen, wenn wir an die Reformation und die Heiligen denken.

 

Ihr Pfarrer

 

Matthias Krämer