Café Schüle

Das Café Schüle findet einmal pro Monat im Gemeindehaus Mittelgasse 19 statt - meistens am 2. Dienstag im Monat. Immer von 14.30 Uhr bis ca. 16.00 Uhr mit Themen rund um Glaube und Gesellschaft. Immer gibt es dabei Zeit für Gespräche und Kaffee und Kuchen. 

Über Gisela Müller, Tel. 21611 ist ein Fahrdienst möglich. Genauere Infos zum aktuellen Thema finden sich unter "Aktuell".  

Angedacht

Reisepräsent

In unserer Familie ist es schon irgendwie ein Brauch, dass wir von einer Urlaubsreise für die, die in dieser Zeit daheim geblieben sind, ein kleines Geschenk mitbringen. So ein Mitbringsel, ein Reisepräsent ist ein Zeichen, das ausdrückt: Auch wenn du nicht dabei warst, haben wir an dich gedacht und möchten dich an dem teilhaben lassen, was wir erlebt haben. Deshalb gehören dann auch Geschichten dazu, von dem, was wir erlebt haben und wie wir dieses Reisepräsent gefunden haben.

Fest eingeprägt hat sich mir allerdings ein Urlaub, in dem ich gar nicht die Möglichkeit hatte, durch die Straßen eines Städtchens vorbei an Läden und Marktständen zu schlendern. Ich war mit anderen zusammen auf einer Segelfreizeit in Kroatien. Zunächst haben wir etwas mit auf die Reise genommen, was so nicht von uns geplant war. Bevor wir morgens in die Autos mit den Segelbooten im Schlepptau stiegen, hatten wir noch einen Vers aus der Bibel gelesen. Genau für diesen Tag stand als Losung im Kalender:

Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren, die haben Gottes Werke erfahren und seine Wunder auf dem Meer. (nach Psalm 107,23+24)

Dieser Gedanke war auf unserer Reise immer präsent. Was wir sonst vielleicht einfach als selbstverständlich hingenommen hätten, bekam dadurch eine zusätzliche Bedeutung. Die enge und gute Gemeinschaft, die Mahlzeiten auf den Booten, Sonne, Wind und Wellen, miteinander singen und beten, Fische und Vögel, Baden und Spielen – es war und wurde zu etwas Wunderbarem. Bei allem, was wir taten (oder auch bleiben ließen) hatten wir das Gefühl, dass Gott wirklich dabei ist.

Diese Erfahrung hat meinen Urlaub zu etwas Besonderem gemacht. Ich konnte nach der Reise keine Geschenke verteilen, aber erzählt habe ich viel. Mitbringsel konnte ich nicht kaufen, aber die Freude über diese Tage konnte ich mitnehmen, und obwohl schon so viele Jahre vergangen sind, ist diese Erfahrung immer noch präsent.

Es ist vermutlich nicht möglich, Sie mit diesen wenigen Sätzen an meiner Reise teilhaben zu lassen. Aber ich bin mir sicher, dass Sie nicht mit Schiffen aufs Meer fahren müssen, um Gottes Werke zu erfahren. Vielleicht reicht der Gedanke, dass Gott da ist, um die Zeit im Freibad oder auf dem Balkon zu etwas Wunderbarem zu machen und jede Reise zu einem Präsent.

Pfarrer Matthias Krämer