Energiesparmaßnahmen der Kirchengemeinde

Zieht euch warm an

Der kommende Winter wird bekanntlich zu einer großen gesellschaftlichen Herausforderung im Blick auf unseren Energieverbrauch. Wir alle sind gefordert, so viel Energie wie möglich einzusparen. Der Kirchengemeinderat hat deshalb weitreichende Maßnahmen für unsere Kirchen im Winter beschlossen. Diese sollen den Energieverbrauch so weit wie möglich senken und gleichzeitig das Gemeindeleben und die Gottesdienste bestmöglich erhalten.

Die erste Maßnahme betrifft die Raumtemperaturen unserer Gebäude bis zum Jahreswechsel. Diese wird für Sonntagsgottesdienste auf 16 °C abgesenkt. Gemeindeveranstaltungen und Konzerte, die meist länger als eine Stunde dauern, haben eine Höchsttemperatur von 18 °C. Die Räume, in denen Kinderbetreuung stattfindet (Gemeindehaus Mittelgasse, Bildungshaus Goethestraße und Untergeschoss Johanneskirche), sind davon nicht betroffen.

Im neuen Jahr greift dann zusätzlich Maßnahme zwei: Die Peter-und-Paulskirche und die Martin-Luther-Kirche gehen ab Januar in den „Winterschlaf“. Sämtliche Gruppen und Kreise werden spätestens ab dann in die anderen Gebäude der Kirchen-gemeinde verlegt.

Der Gottesdienst findet in der Kernstadt im Januar und Februar im Gemeindehaus Mittelgasse statt mit den zwei vertrauten Gottesdienstzeiten 9.30 Uhr und 10.30 Uhr. Falls durch die Pandemie wieder Abstandsregeln kommen sollten, werden die Gottesdienste in die Martin-Luther-Kirche verlegt, die dafür dann natürlich beheizt wird.

Die Kirchengemeinde Belsen plant eine Kooperation mit der Johanneskirche, die ebenfalls im neuen Jahr starten soll. 

Das Streaming-Angebot bleibt bestehen. 

Wir erhoffen uns durch diese Maßnahme eine Energieeinsparung von 25-30% und wollen damit einen kleinen Beitrag zur Energiesicherheit leisten und die Kostensteigerungen in diesem Bereich mindern. Wir hoffen auf das Verständnis und das solidarische Mittragen dieser Maßnahmen durch alle Gemeindeglieder.   

Angedacht

Licht und Heil

Drei seiner Kinder sterben bald nach der Geburt. Nach der Geburt seines vierten Kindes stirbt seine Frau. Obwohl er sehr bekannt ist und viele Aufträge erhält, kann er seine Schulden nicht zurückzahlen. Sein Haus wird verkauft. Er verwickelt sich in Rechtsstreitigkeiten. Mit 26 Jahren stirbt sein Sohn. Im Jahr darauf, es ist das Jahr 1669, stirbt er selbst im Alter von 63 Jahren. Die Rede ist von Rembrandt. Er war berühmt und hat die Kunst seiner Zeit geprägt, aber hat ihn das glücklich  gemacht?  Er  hat  viel  er- reicht und geschaffen. Was ist ihm am Ende geblieben?

Das letzte Bild, an dem Rembrandt gearbeitet hat, ist unvollendet geblieben. Es ist eine Szene aus dem Lukasevangelium. Simeon hält den neugeborenen Jesus auf seinen Armen und sagt zum Erstaunen der Zuhörenden:

„Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen  Heiland  gesehen,  das  Heil,  das

du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.“ (Lukas 2,29-32)

Rembrandt hat sich in seiner Malerei und seinen Zeichnungen immer wieder mit dieser Geschichte beschäftigt. Am Ende lässt er alles drumherum weg und konzentriert sich ganz auf dieses Kind und das Licht, das sich im Gesicht des alten Mannes widerspiegelt. Er hat erreicht, wofür er gelebt hat, oder vielleicht zutreffender: Gott hat ihn erreicht - mit dem Geschenk, das er ihm gemacht hat.

Dieser Augenblick ist weder Ziel noch Vollendung, aber er trägt beides in sich. Simeon erfährt sehr persönlich, was Gott allen Menschen zugedacht hat – Licht und Heil.

Das mag der Grund gewesen sein, dass Rembrandt sich selbst in dieser Darstellung entdeckt hat. Er musste nicht alles erreicht haben. Gerade in seinem Scheitern reichte es, einen Blick auf das heilsame Handeln Gottes zu werfen, um glücklich zu sein. Gerade am Ende musste er nicht vollendet sein oder ein vollendetes Werk geschaffen haben, um ein tröstendes Licht zu spüren.

Es mag an Weihnachten wie im Leben Rembrandts viele unerfüllte Wünsche und manche Enttäuschungen geben. Aber gerade wenn das Jesuskind wieder aus der Krippe genommen wird, legt Gott es uns ans Herz – als unser Licht und zu unserem Heil.

 

Ihr Pfarrer

Matthias Krämer