Rumänienhilfe

Benefiz-Konzert in der Peter-und-Paulskirche

Am Samstag, 17. September, findet um 19.00 Uhr in der Peter-und-Paulskirche ein Konzert- und Informationsabend mit Sarah Vienna und Stefanie Vogel aus Braşov statt.

Sarah Vienna und Stefanie Vogel haben die Arbeit von „Firm Foundations Romania“ in Braşov, Rumänien, gegründet und leiten sie bis heute. Mit ihrer Organisation und einem internationalen Team von Mitarbeitenden helfen sie verlassenen und benachteiligten Kindern im Kinderkrankenhaus der 300.000-Einwohner-Stadt.

Sie veranstalten Kinder- und Jugendgruppen und haben eine Nachhilfe- und Hausaufgabenbetreuung für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche eingerichtet. Ihre Arbeit finanzieren sie ausschließlich mit Spenden.

Sarah Vienna kommt ursprünglich aus Kalifornien. Sie hätte auch eine Karriere als Musikerin starten können. Aber durch besondere Umstände hat sie in Braşov ihre zweite Heimat gefunden.

Vor Kurzem hat sie ihr drittes Album „Through My Eyes“ veröffentlicht. Sie schreibt Songs über ihr turbulentes und spannendes Leben. Als Sängerin, begleitet von ihrer Gitarre, ist sie jetzt auf Tournee, um von ihrer Arbeit in Rumänien zu berichten. In berührender und motivierter Weise erzählt sie mit ihren Liedern und Geschichten von ihren Erfahrungen mit Gott, sowie von besonderen Begegnungen und Herausforderungen in ihrer Arbeit.

Stefanie Vogel stammt aus Dornstetten bei Freudenstadt und ist Erzieherin von Beruf. Die Not rumänischer Kinder führte sie nach Braşov. Während des Konzerts übersetzt sie die Texte von Sarah Vienna und berichtet zwischen den Liedern mit Bildern und kurzen Video-Filmen von ihrer eindrucksvollen Arbeit.

Der Abend wird veranstaltet zusammen mit dem Verein „Rumänienhilfe Mössingen“. Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen

Angedacht

1G-Netz

Auf einem Ausflug erzählte uns eine Freundin, wie sie bei der Rückkehr aus dem Urlaub von ihrer Mutter mit heftigen Vorwürfen empfangen wurde: „Dein Vater wäre fast gestorben, und du warst nicht zu erreichen!“ Das war vor über 30 Jahren, als die Urlaubspostkarten meist erst ankamen, wenn man selbst zu Hause war. In Zeiten von 5G kaum mehr vorstellbar. Auch im Urlaub werden jeden Tag oft mehrmals Nachrichten und Bilder verschickt, sind Kinder für ihre Eltern erreichbar.

Für manche ist es ein Gefühl der Erleichterung zu wissen, auch an den fernsten Urlaubszielen mit der Familie verbunden zu sein. Bei anderen kann es auch zu Unbehagen oder sogar zu Ärger führen, wenn der Eindruck entsteht, immer kontrolliert zu werden: „Wo bist du? Du hast dich noch nicht gemeldet? Hast du auch nicht vergessen …? Denkst du daran …?“

 „Ob ich sitze oder stehe, du weißt es, du kennst meine Pläne von ferne. Ob ich tätig bin oder ausruhe, du siehst mich; von allen Seiten umgibst du mich. Fliege ich dorthin, wo die Sonne aufgeht, oder zum Ende des Meeres, wo sie versinkt: auch dort lässt du mich nicht los.“

Diese Nachricht erreicht uns aus einer Zeit, als es noch kein Smartphone und keinen Funkmast gab, aber anscheinend ein weltweites 1G-Netz, denn hier ist jemand mit Gott verbunden und spricht mit diesem einen Gott. Das Netz Gottes umspannt dabei nicht nur alle bekannten und unbekannten, zugänglichen und unzugänglichen Orte und Ziele, sondern ebenso alle Zeiten – die Zeit vor meiner Geburt, meine Lebenstage einschließlich Urlaub und Ferien, ebenso wie die Zeit nach meinem Tod.

Was lösen diese Gedanken bei uns aus? Ärger oder Erleichterung? Druck oder Befreiung?

Im digitalen Netz haben wir die Möglichkeit, Urlaub zu nehmen, einfach auszuschalten und auszuspannen.  Der Text aus der Bibel, der in Psalm 139 steht, lässt uns spüren, dass das in der Verbindung mit Gott nicht geht. Gott lässt sich nicht ausgrenzen. Er sieht und hört, er weiß und versteht, auch wenn ich mich nicht melde. Das Gefühl von Unbehagen oder Ärger ist also durchaus nachvollziehbar.

Trotzdem hält sich der Sprecher dieser Worte nicht damit auf, jedes Sandkörnchen am Strand aufzuspüren. Für ihn ist entscheidend, dass dieses Netz nie überlastet ist und nie zusammenbricht. Die zuverlässige Verbindung mit Gott gibt ihm Halt und Sicherheit. Das macht ihn frei, aufzubrechen und neue Wege zu gehen.

Am Ende muss er nicht mit Vorwürfen rechnen, sondern darf sich auf das Leben freuen.

Ihr Pfarrer

Matthias Krämer