„Engel“ gesucht

Kurs für Interessierte & ehrenamtlich Engagierte

„Du bist ein Engel!“, sagt man, wenn man überraschend Hilfe erfährt. Solche „Engel“ suchen wir, Menschen, die Zeit, Zuwendung und Interesse am anderen mitbringen, um anderen Menschen mit einem Besuch Gutes zu tun.

Wir laden Sie ein zu einem Kurs über fünf Abende, damit Sie am Ende entscheiden können, ob diese Aufgabe für Sie eine gute Möglichkeit ist, sich für andere zu engagieren. Wir bieten Interessierten für ein solches Engagement Schulung und Förderung an. Wer bereits ehrenamtlich tätig ist, soll die Möglichkeit haben, sein Handeln zu überprüfen, um sicherer in der Begegnung zu werden.

  1. Abend: Donnerstag, 22.9., 19.30 Uhr

Gottlieb Schwarz Gemeindehaus, Belsen

Gesprächsführung: Was macht einen Besuch wertvoll? Tipps für gelingende Besuche.

Referent: Jürgen Kehrer, Referent im Zentrum für Gemeindeentwicklung und missionale Kirche

  1. Abend: Donnerstag 6.10., 19.30 Uhr

Gottlieb Schwarz-Gemeindehaus, Belsen

Trauerbegleitung: Das Gespräch mit Trauernden gestalten.

Referent: Pfr. Andreas Kopp

  1. Abend: Donnerstag, 20.10., 19.30 Uhr

Johanneskirche Bästenhardt

Glaube ins Spiel bringen

Referent: Jürgen Kehrer

  1. Abend: Donnerstag 3.11., 19.30 Uhr

Gottlieb-Schwarz-Gemeindehaus, Belsen

Depression und Demenzerkrankung als Herausforderung für Besuche

Referent: Dr. Gerhard Raff

  1. Abend: Donnerstag 17.11., 19.30 Uhr

Johanneskirche Bästenhardt

Krankenbesuche: Besuche bei kranken Menschen

Referentin: Pfin. i. R. Friederike Bräuchle

Für die Teilnahme entstehen Ihnen keine Kosten.

Am Ende des Kurses haben Sie einen Eindruck, was an Engagement möglich ist, so dass Sie dann im positiven Fall entscheiden können, wie Ihre Hilfe konkret aussehen könnte.

Wir suchen in Mössingen Menschen, die bereit sind, sich für andere zu engagieren und in Belsen Verstärkung für unsere Diakonische Gruppe.

Mitglieder der Diakonischen Gruppe besuchen einsame oder kranke Menschen. Dabei geht es keinesfalls um pflegerisches Handeln oder um Haushaltshilfe, vielmehr soll der Besuch eine Abwechslung und Anregung für den Besuchten darstellen. Aber auch andere Formen von Besuchen gibt es, zum Beispiel das Aufsuchen neu zugezogener Mitbürger.

Wenn Sie sich am Ende für ein solches Engagement entscheiden, bedeutet dies einen Zeitaufwand von beispielsweise einer Stunde im Monat, natürlich kann mehr Unterstützung möglich sein. Dies wird miteinander besprochen.

Ansprechpartner:

Pfr. Andreas Kopp,Tel.: 07473/5775;

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Leiterin der Diakonischen Gruppe:

Frau Erna Haap Tel.: 01520/6282582

Pfr. Matthias Krämer, Tel. 07473/7628

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Angedacht

1G-Netz

Auf einem Ausflug erzählte uns eine Freundin, wie sie bei der Rückkehr aus dem Urlaub von ihrer Mutter mit heftigen Vorwürfen empfangen wurde: „Dein Vater wäre fast gestorben, und du warst nicht zu erreichen!“ Das war vor über 30 Jahren, als die Urlaubspostkarten meist erst ankamen, wenn man selbst zu Hause war. In Zeiten von 5G kaum mehr vorstellbar. Auch im Urlaub werden jeden Tag oft mehrmals Nachrichten und Bilder verschickt, sind Kinder für ihre Eltern erreichbar.

Für manche ist es ein Gefühl der Erleichterung zu wissen, auch an den fernsten Urlaubszielen mit der Familie verbunden zu sein. Bei anderen kann es auch zu Unbehagen oder sogar zu Ärger führen, wenn der Eindruck entsteht, immer kontrolliert zu werden: „Wo bist du? Du hast dich noch nicht gemeldet? Hast du auch nicht vergessen …? Denkst du daran …?“

 „Ob ich sitze oder stehe, du weißt es, du kennst meine Pläne von ferne. Ob ich tätig bin oder ausruhe, du siehst mich; von allen Seiten umgibst du mich. Fliege ich dorthin, wo die Sonne aufgeht, oder zum Ende des Meeres, wo sie versinkt: auch dort lässt du mich nicht los.“

Diese Nachricht erreicht uns aus einer Zeit, als es noch kein Smartphone und keinen Funkmast gab, aber anscheinend ein weltweites 1G-Netz, denn hier ist jemand mit Gott verbunden und spricht mit diesem einen Gott. Das Netz Gottes umspannt dabei nicht nur alle bekannten und unbekannten, zugänglichen und unzugänglichen Orte und Ziele, sondern ebenso alle Zeiten – die Zeit vor meiner Geburt, meine Lebenstage einschließlich Urlaub und Ferien, ebenso wie die Zeit nach meinem Tod.

Was lösen diese Gedanken bei uns aus? Ärger oder Erleichterung? Druck oder Befreiung?

Im digitalen Netz haben wir die Möglichkeit, Urlaub zu nehmen, einfach auszuschalten und auszuspannen.  Der Text aus der Bibel, der in Psalm 139 steht, lässt uns spüren, dass das in der Verbindung mit Gott nicht geht. Gott lässt sich nicht ausgrenzen. Er sieht und hört, er weiß und versteht, auch wenn ich mich nicht melde. Das Gefühl von Unbehagen oder Ärger ist also durchaus nachvollziehbar.

Trotzdem hält sich der Sprecher dieser Worte nicht damit auf, jedes Sandkörnchen am Strand aufzuspüren. Für ihn ist entscheidend, dass dieses Netz nie überlastet ist und nie zusammenbricht. Die zuverlässige Verbindung mit Gott gibt ihm Halt und Sicherheit. Das macht ihn frei, aufzubrechen und neue Wege zu gehen.

Am Ende muss er nicht mit Vorwürfen rechnen, sondern darf sich auf das Leben freuen.

Ihr Pfarrer

Matthias Krämer