Bibelabende

Angedacht

Nichts geht verloren

„Keine Tat, kein Wort, kein Gedanke geht verloren. Alles bleibt und trägt Früchte.“  Diese Inschrift auf einem Grabstein des Mössinger Friedhofes begleitet mich seit meiner Zeit als Zugezogene – 25 Jahre.

Sie beschreibt zum einen das, was am Lebensende bleibt und den Körper überdauert.  Im physischen Sinn Erschaffenes:  Haus, Firma, Kinder, Enkel und Urenkel, Andenken von Freunden und Familie. Geistiges Erbe, künstlerische Hinterlassenschaft, Geschäftsideen, Erfindungen, welche tragen und den Grundstein legen für die Existenz der nachfolgenden Generationen.

Keine Tat, kein Wort geht verloren.  Nicht erst nach dem Tod unseres physischen Körpers, sondern während unseres Lebens wirken sich alle unsere Taten und Worte, ja unsere Gedanken, Überlegungen, Phantasien, ethischen Vorstellungen und Instanzen unmittelbar auf unser Sein aus. Dabei ist die Emotion, meist unbewusst der „Vater“ des Gedankens. 

Gedanken führen zu Worten und das Sprechen von Worten erschafft unsere persönliche Realität. Taten zementieren diese im Äußeren und schaffen Tatsachen.  So sind wir die Schöpfer unserer eigenen Realität. Nicht verantwortlich im Sinn von Sünde oder Schuld, aber verantwortlich für die Wirkung unserer Gedanken und Worte und Taten in unserem persönlichen Umfeld, vor allem aber auf uns selbst.

Insofern ermuntert mich der Spaziergang über den Mössinger Friedhof zur Achtsamkeit im Umgang mit meinen Gedanken, Emotionen, Worten und Taten.

Manchmal ermahne ich mich, schlechten Gedanken einen guten „hinterherzuschicken“. So ähnlich, wie man sich mit Worten entschuldigt oder versucht, eine Tat durch eine andere wieder „gut“ zu machen.  Möge er Früchte tragen.

 

Nadja Eisold