Feierstunde mit dem Posaunenchor

Für Blechbläser & Orgel

Samstag, 21. Mai 2022 um 19:30 Uhr, Peter-und-Paulskirche

„Gott Lob und Dank!“ - Diesen Ausspruch hörte man früher wesentlich öfter als heutzutage. Meist gesprochen von älteren Menschen, die damit beispielsweise ihre Freude zum Ausdruck brachten, dass die Kinder nach einer Zeit der Abwesenheit wieder gesund und wohlbehalten zu Hause ankamen oder wenn ein schwieriger medizinischer Eingriff bei einem lieben Menschen gut verlaufen war.

Wie und in welchen Situationen bringen wir heute noch Lob und Dank zum Ausdruck?

Gibt es in unserer Welt, in der so vieles aus den Fugen geraten zu sein scheint, überhaupt noch Grund für Lob und Dank? Und wem sagen wir Lob und Dank? Oftmals doch am liebsten uns selbst für unser vermeintlich großes Können, der Technik auf die wir uns verlassen und vielleicht noch unseren Partnern, Kindern oder anderen Mitmenschen.

Doch wie steht es um Lob und Dank für unseren Schöpfer und Gott?

Diesem Lob und Dank Gottes gehen die Bläserinnen und Bläser des CVJM Posaunenchores mit ihrer Feierstunde am Samstag, 21. Mai 2022 ab 19:30 Uhr in der Peter-und-Paulskirche auf die Spur. Gemeinsam mit Bezirkskantor Nikolai Ott an der Orgel bringen die Chormitglieder mit Ihren Instrumenten vielfältige Musik für Bläser und Orgel aus mehreren Epochen zum Klingen. Und natürlich dürfen auch ins Thema einstimmende Lob- und Danklieder auf dem Programm nicht fehlen.

Sozusagen zum Abschluss des Posaunenchor Jubiläumsjahres freuen sich die Bläserinnen und Bläser gemeinsam mit Bezirkskantor Nikolai Ott auf einen musikalischen klangstarken Abend mit vielen guten Gedanken: „Gott Lob und Dank!“.

Herzliche Einladung! - Der Eintritt ist frei.

Mit Ihrem Opfer unterstützen Sie zu gleichen Teilen die Renovierung der Weinmar-Orgel in der Peter-und-Paulskirche sowie die Renovierung des CVJM Freizeitheims Aible.

Daniel Speidel

Angedacht

Liebe bleibt, Leben siegt.

Ukraine, Äthiopien, Myanmar – in über 20 Ländern der Welt gibt es Krieg und Kämpfe, herrscht Tod und unsägliches Leid. Bei uns kommen Flüchtlinge an, die Preise steigen.

Aber mir geht es gut. Ich bin versorgt. Was kann ich also sagen? Ich lasse einen anderen sprechen. Er wird 1913 in München geboren und wird Fritz genannt, trägt den Frieden in seinem Namen (Friedrich).

Diesen Namensteil behält er bei, als er wegen seiner jüdischen Abstammung verfolgt wird und nach Israel flieht. Er nennt sich jetzt Schalom Ben-Chorin, Friede, Sohn der Freiheit.

Obwohl der 2. Weltkrieg tobt und eine blutige Spur durch Europa zieht, gibt er die Hoffnung auf Frieden nicht auf. Er liest nicht nur die schrecklichen Nachrichten, er liest auch die Bibel. Er sieht nicht nur die Bilder der Vernichtung, er sieht auch einen Mandelbaum vor seinem Fenster, der im Frühling zu blühen beginnt.

"Das Wort des Herrn erging an mich: Was siehst du, Jeremia? Ich antwortete: Einen Mandelzweig. Da sprach der Herr zu mir: Du hast richtig gesehen; denn ich wache über mein Wort und führe es aus." (Jeremia 1,11+12)

Mitten im Krieg, trotz aller Verzweiflung und Zweifel schreibt Schalom Ben-Chorin 1942 ein Gedicht gegen Hass und Tod. Als Todesstille und Sprachlosigkeit sich ausbreiten, hört er Gott und findet Vertrauen, findet Worte für die Liebe und das Leben.

Etwa 40 Jahre später bekommt das Gedicht eine Melodie. Von Deutschland aus breitet sich das Lied auf der ganzen Welt aus und wird in viele Sprachen übersetzt und gesungen – auch in Russisch. Und weitere 40 Jahre später bin ich froh über diesen Fingerzeig, dass die Liebe bleibt, dass das Leben siegt.

Ihr Pfarrer

 

Matthias Krämer

 

 

Freunde, dass der Mandelzweig

Wieder blüht und treibt,

Ist das nicht ein Fingerzeig,

dass die Liebe bleibt?

 

Dass das Leben nicht verging,

Soviel Blut auch schreit,

Achtet dieses nicht gering,

In der trübsten Zeit.

 

Tausende zerstampft der Krieg,

Eine Welt vergeht.

Doch des Lebens Blütensieg

Leicht im Winde weht.

 

Freunde, dass der Mandelzweig

Wieder blüht und treibt,

Ist das nicht ein Fingerzeig,

dass die Liebe bleibt?