Kino und Kirche Januar

Vater – Otac

(Serbien, Frankreich, Deutschland 2019) - Freitag, 28.01., 20.15 Uhr, Lichtspiele Höfgasse 12

Nach dem Selbstmord seiner Ehefrau werden einem Gelegenheitsarbeiter seine beiden Kinder weggenommen, weil er ihnen angeblich kein angemessenes Umfeld gewährleisten könne. Das will der Mann nicht hinnehmen und bricht zu einem 300 Kilometer langen Fußmarsch nach Belgrad auf, um für seine Kinder zu kämpfen.

Der Zuschauer begleitet den verzweifelten Mann bei seiner Reise und seinen teils beiläufigen, teils schicksalhaften Begegnungen.

Die exzellente Kamera und der ruhige Schnitt erwecken einen kraftvollen Sog, der den Zuschauer trotz der Eintönigkeit des trostlosen Settings immer mehr in seinen Bann zieht.

„Vater“ hat auf der Berlinale 2020 sowohl den Preis der Ökumenischen Jury als auch den Panorama-Publikumspreis erhalten.

Stefan Schlegel

Angedacht

Alpha und Omega

In Wissenschaft und Technik spielen die Buchstaben des griechischen Alphabets schon lange eine wichtige Rolle. In Zeiten von Corona wurde beschlossen, die Virusvarianten mit griechischen Buchstaben zu bezeichnen. Deshalb wird gerade viel von Omikron gesprochen und berichtet.

Das „kleine“ O steht mitten im Alphabet. Es war also nicht die Ursprungsvariante, nicht das erste Covidvirus, und mit Omikron ist es auch nicht vorbei. Es werden voraussichtlich noch weitere Varianten folgen. Am Anfang steht Alpha, am Ende Omega, der letzte Buchstabe des Alphabets.

Von diesen Buchstaben soll hier die Rede sein, denn davon wird im letzten Buch der Bibel erzählt. An drei Stellen in der Offenbarung ist von ihnen zu lesen, am Anfang und am Ende. Johannes schreibt auf, wie sich Gott und Jesus mit diesen Buchstaben vorstellen: „Ich bin das Alpha und das Omega“. Jesus fährt dann auch folgerichtig fort: „Ich bin der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“ (Offenbarung 22,13).

Alpha und Omega sind also auch eine Bezeichnung, eine Bezeichnung dafür, wer Gott ist, und was er ist. Vor ihm war niemand und nach ihm wird auch niemand kommen.

Aber was ist mit den Buchstaben dazwischen?

Die Offenbarung erzählt viel von dem, was zwischen Anfang und Ende ist. Dabei wird auch nicht verschwiegen, dass es Leid, Krankheit und Tod gibt, Krieg und Katastrophen, Verführung und Machtspiele. Omikron in seinen Varianten wird nicht verschwiegen. Und wir selber finden uns wieder, mittendrin: Menschen, die sich als ein Teil der Gemeinschaft mit Gott verstehen; Menschen, die Gott nicht verstehen und von den Geschehnissen in unserer Welt überrollt werden; Menschen, die Gott nicht kennen oder nicht kennen wollen. Aber immer sind wir in dem Raum und der Zeit, die von Gott umschlossen sind.

Und wenn dann Omega kommt, das Ende, ist es dann aus mit uns?

Gott ist nicht nur Omega, sondern immer auch Alpha. Er ist nicht nur das Ende, sondern bleibt immer Anfang und Ursprung – auch für uns. Gott macht neu, beginnt neu – mit uns.

Bei Gott müssen wir nicht mit Mutationen rechnen. Er ist Alpha und Omega am Anfang und am Ende.

Ihr Pfarrer 

Matthias Krämer