Kino und Kirche

Die dunkelste Stunde (England 2017)

27. April, 20.15 Uhr Lichtspiele, Höfgasse

Im Mai 1940 sieht sich die britische Regierung in höchste Not gebracht, eine Invasion durch die deutsche Wehrmacht zu verhindern. In dieser Situation wird der zum Kampf gegen die Nazis entschlossene Winston Churchill neuer Premierminister, doch muss der unbeliebte Politiker zunächst Parlament, König und Volk für seine Linie gewinnen.

Als überlebensgroße Persönlichkeit spielt der mit dem Oscar ausgezeichnete Gary Oldman den britischen Premier, legt ihn als aufbrausende, aber auch zweifelnde Figur an, die die drohende Gefahr durch Hitler früh erkannte und sein Land dazu drängte, lieber im heroischen Kampf unterzugehen, als sich zu ergeben. Der Film zeigt diesen Menschen immer wieder isoliert, allein gegen alle kämpfend, als Einziger die Notwendigkeit des Krieges erkennend.

Angedacht

Segen und Sendung

Kürzlich stürmten sehr viele Dinge gleichzeitig auf mich ein. Alles für sich genommen nicht besonders tragisch, aber in der Fülle überforderte es mich. Das Gedankenkarrusell begann sich zu drehen – immer schneller und schneller. Eine innere Unruhe befiel mich, ich spürte, wie ich immer verzweifelter wurde.

Ein ganz kleines bisschen konnte ich erahnen, wie es den Freunden von Jesus in den Tagen vor Ostern ergangen sein musste. Jesus wurde von einem seiner Freunde verraten, gefangengenommen, in einem kurzen Prozess zum Tod verurteilt und unmittelbar danach gekreuzigt. Die Jünger wussten sich nicht anders zu helfen als sich zu verstecken. Hinter verschlossener Tür herrschten Angst und Verzweiflung. Daran änderte sich auch nichts, als am Ostermorgen ein paar Frauen kamen und behaupteten, Jesus sei von den Toten auferstanden.

Aber dann stand plötzlich Jesus vor ihnen und begrüßte sie mit den Worten: „Friede sei mit euch!“

Wenn Jesus den Frieden zuspricht, dann ist das mehr als ein guter Wunsch. So erlebten die Freunde von Jesus, dass die Verzweiflung einem inneren Frieden weichen musste. Sie spürten, dass nun eine neue Zeit angebrochen war. Der Tod, die tiefste Ursache von Verzweiflung und Angst, war nun besiegt.

Im Verlauf des Gesprächs wiederholte Jesus seinen Zuspruch: „Friede sei mit euch!“ Jetzt war auch der letzte Zweifel ausgeräumt, dass Jesus es so meinte wie er sagte und nicht nur die damalige Begrüßungsformel gebrauchte. Und er fügte hinzu: „Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ (Johannes 20,21 – Monatsspruch für April).

Mit dem Segen verbindet Jesus die Sendung. Eindrucksvoll dargestellt ist dieser Zusammenhang im Missionsfenster der Peter-und-Paulskirche. Der auferstandene Jesus segnet Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Kulturen.

Wer selbst durch den Zuspruch des Friedens gesegnet wurde, soll die Osterbotschaft vom Frieden Gottes weitertragen. Menschen auf der ganzen Welt sollen die Erfahrung machen können, dass Verzweiflung und Angst dem Frieden Gottes weichen müssen.

Als ich kürzlich innerlich so unruhig war, halfen mir übrigens ein ausführliches Gebet beim Fahrradfahren und wohltuende Gespräche mit Menschen, die es gut mit mir meinen. So hatte sich schon vor Ostern ein kleines bisschen Ostern bei mir ereignet.

Vielleicht machen Sie ja ähnliche Erfahrungen.

Gesegnete Ostern wünscht Ihnen

 

Ihr Pfarrer 

Joachim Rieger