Orgelmusik für Anfänger und Fortgeschrittene

OrgelFeierAbend

Regina Böpple & Nikolai Ott | Orgel
Kein anderes Instrument polarisiert Menschen und Gottesdienstgemeinde wahrscheinlich so sehr wie die Orgel.
Deshalb finden wir, es ist Zeit, mit dem ein oder anderen Vorurteil aufzuräumen und die Königin der Instrumente dieses Jahr ins Rampenlicht zu stellen.

Nicht umsonst ist die Orgel im Jahr 2021 das „Instrument des Jahres“ und darüber hinaus wird die Orgel der Peter-und-Paulskirche dieses Jahr auch noch 200 Jahre alt.

Für alle, die nichts mit Orgelmusik anfangen können, veranstalten wir deshalb am 12., 19. und 26. Juli 2021 drei ungezwungene Feierabend-Gesprächskonzerte, um alle interessierten, kundigen und unkundigen Besucher in die Welt der Orgelgeschichte, des Orgelbaus und der Orgelmusik zu entführen. Die gut einstündigen Abende sind wie folgt gegliedert:

12. Juli: Von den Anfängen
19. Juli: Bach, das Donnerwetter und Mendelssohn...
26. Juli: Reger, Alain, Messiaen und Cage - voll durchgeknallt!

Der Eintritt ist nicht umsonst aber kostenlos, wir freuen uns über eine Spende, die der Weinmar-Orgel zugute kommt. Alle Feierabendkonzerte beginnen um 19:00 Uhr, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Plätze gibt es so viele die Hygieneverordnung zulässt.

Angedacht

Nur was ich liebe…

Die Begeisterung war groß: „Ich seh‘ ihn! Ich seh‘ ihn! Oh! Er fällt gleich raus!“ Die Reliklasse war an der Martin-Luther-Kirche zum Thema „Gottes Schöpfung“ und die Kinder hatten oben im Turm eines der Turmfalkenjungen entdeckt. Jetzt beobachteten sie es fasziniert beim Flügelschlagen.

Danach ging es weiter. „Tschilp – Tschilp“ hörten die Kinder. „Was ist das für ein Vogel?“ Einer wusste es: „Ein Spatz!“ und plötzlich sahen und hörten ihn alle, entdeckten das Nest, sahen mit leuchtenden Augen Schmetterlinge, Bienen, Ameisen und immer mehr verschiedene Pflanzen wachsen und blühen.

Die lange Zeit des Homeschooling am Computer hat, so mein Eindruck, bei den Kindern eine regelrechte Sehnsucht nach echten, realen Sinneseindrücken und nach Begegnungen ausgelöst. Als wollten sie all das nachholen an gemeinsamen Entdeckungen, was ihnen in den letzten Monaten verwehrt war. Und während des Laufens herrschte deshalb auch ein unaufhörlicher Redefluss.

Für mich bestätigte sich wieder: Echte Begegnungen sind durch nichts zu ersetzen und kein digitales Medium schafft das, was solch ein Spaziergang an Eindrücken und Wahrnehmungen ermöglicht.

Solche Eindrücke sind letztlich auch die Basis für echtes Leben, Empathie, Freude und Glück.

Vom Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz stammt der Satz: „Nur was ich kenne, kann ich lieben. Nur was ich liebe, kann ich schützen“.

Recht hat er! Die nächste Generation kann diesen wunderschönen Planeten nur schützen, wenn sie ihn kennt, wenn sie die Natur wahrnimmt und kennenlernt, die Tiere sieht und versteht, was sie tun. Begegnen, wahrnehmen, staunen, lieben lernen sind Voraussetzung dafür, etwas zu schützen und zu bewahren.

Das gilt auch im weiteren Sinn: Nur wenn wir uns wahrnehmen und uns begegnen, bringt uns das zueinander. Die sozialen Medien sind immer anfällig für Missverständnisse und fehlende echte Begegnung führt schnell zu „Shitstorms“ und Verrohung im digitalen Umgang.

Zum Digitalisierungsschub brauchen wir deshalb viel stärker noch einen Wahrnehmungsschub - gerade nach der Pandemie. Im öffentlichen und kulturellen Leben, in der Gemeinde und auch im Gottesdienst: Echte Treffen sind wichtig. Ein Onlineangebot ersetzt analoge Begegnungen nie ganz. Das weiß jede und jeder nach all den Skype-, Zoom- und Teams-Meetings der letzten Zeit.

Gut deshalb, dass die Kinderkirchen und Teenykirche wieder starten und dass auch Chöre, Gruppen und Kreise wieder Räume und Möglichkeiten zur echten Begegnung haben. Das gehört zum Wesen von Gemeinde und entspricht dem Wesen Gottes. Denn schließlich sucht ja auch Gott immer die echte, wirkliche Begegnung mit uns.

Wozu wurde er sonst Mensch?

Einen fröhlichen Sommer und bis denne!

Ihre und eure Pfarrerin 

Frauke Dietz