Frauenfrühstück Mössingen

Picknick-Gottesdienst

Die Insidenzen sinken und die Lockerungen machen Begegnungen wieder möglich, besonders im Freien. Darum freut sich das Vorbereitungsteam des Frauenfrühstücks auf Sie und lädt ganz herzlich ein zu einem Picknick-Gottesdienst mit Pfarrerin Friederike Deuschle aus Tü-Derendingen.

Wann:   Samstag, 17. Juli, 17.00 Uhr
Wo: CVJM Freizeitheim Aible. Bei Regen findet der Gottesdienst in der Peter und Pauls Kirche statt.

Jede versorgt sich selber mit einer passenden Sitzmöglichkeit (Picknickdecke, Klappstuhl o. ä.), Getränken und etwas Leckerem zum Genießen in fröhlicher Runde, nach gegenwärtigem Stand sogar ohne Maske (aber sicherheitshalber vielleicht doch eine dabeihaben).

Mit dem folgenden Text gibt uns Frau Deuschle einen kleinen Einblick in die Gedanken, die sie mit uns teilen wird:

„Mehr als genug (Markus 6, 30-44). Was Lebensmittel betrifft, haben wir in Deutschland tatsächlich mehr als genug. Die meisten von uns brauchen sich eigentlich keine Sorgen zu machen. Trotzdem kennen auch wir das Gefühl, dass es nicht reicht: Immer wieder machen wir z. B. die Erfahrung, dass wir zu wenig Zeit haben für die Dinge, die uns wirklich wichtig sind. Oder, dass wir mit unseren Kräften, unseren Ideen und unserer Kreativität an Grenzen kommen. Das haben viele von uns in den vergangenen Monaten zu spüren bekommen.

Die Geschichte von der Speisung der 5000 lädt uns ein unseren Blick auf Jesus und seine Möglichkeiten zu richten. Er hat und kann in jeder Hinsicht mehr als genug und wir dürfen uns von ihm die Hände füllen lassen.“

Wir freuen uns sehr auf ihre Gesichter und die Begegnung mit Ihnen.

Angedacht

Nur was ich liebe…

Die Begeisterung war groß: „Ich seh‘ ihn! Ich seh‘ ihn! Oh! Er fällt gleich raus!“ Die Reliklasse war an der Martin-Luther-Kirche zum Thema „Gottes Schöpfung“ und die Kinder hatten oben im Turm eines der Turmfalkenjungen entdeckt. Jetzt beobachteten sie es fasziniert beim Flügelschlagen.

Danach ging es weiter. „Tschilp – Tschilp“ hörten die Kinder. „Was ist das für ein Vogel?“ Einer wusste es: „Ein Spatz!“ und plötzlich sahen und hörten ihn alle, entdeckten das Nest, sahen mit leuchtenden Augen Schmetterlinge, Bienen, Ameisen und immer mehr verschiedene Pflanzen wachsen und blühen.

Die lange Zeit des Homeschooling am Computer hat, so mein Eindruck, bei den Kindern eine regelrechte Sehnsucht nach echten, realen Sinneseindrücken und nach Begegnungen ausgelöst. Als wollten sie all das nachholen an gemeinsamen Entdeckungen, was ihnen in den letzten Monaten verwehrt war. Und während des Laufens herrschte deshalb auch ein unaufhörlicher Redefluss.

Für mich bestätigte sich wieder: Echte Begegnungen sind durch nichts zu ersetzen und kein digitales Medium schafft das, was solch ein Spaziergang an Eindrücken und Wahrnehmungen ermöglicht.

Solche Eindrücke sind letztlich auch die Basis für echtes Leben, Empathie, Freude und Glück.

Vom Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz stammt der Satz: „Nur was ich kenne, kann ich lieben. Nur was ich liebe, kann ich schützen“.

Recht hat er! Die nächste Generation kann diesen wunderschönen Planeten nur schützen, wenn sie ihn kennt, wenn sie die Natur wahrnimmt und kennenlernt, die Tiere sieht und versteht, was sie tun. Begegnen, wahrnehmen, staunen, lieben lernen sind Voraussetzung dafür, etwas zu schützen und zu bewahren.

Das gilt auch im weiteren Sinn: Nur wenn wir uns wahrnehmen und uns begegnen, bringt uns das zueinander. Die sozialen Medien sind immer anfällig für Missverständnisse und fehlende echte Begegnung führt schnell zu „Shitstorms“ und Verrohung im digitalen Umgang.

Zum Digitalisierungsschub brauchen wir deshalb viel stärker noch einen Wahrnehmungsschub - gerade nach der Pandemie. Im öffentlichen und kulturellen Leben, in der Gemeinde und auch im Gottesdienst: Echte Treffen sind wichtig. Ein Onlineangebot ersetzt analoge Begegnungen nie ganz. Das weiß jede und jeder nach all den Skype-, Zoom- und Teams-Meetings der letzten Zeit.

Gut deshalb, dass die Kinderkirchen und Teenykirche wieder starten und dass auch Chöre, Gruppen und Kreise wieder Räume und Möglichkeiten zur echten Begegnung haben. Das gehört zum Wesen von Gemeinde und entspricht dem Wesen Gottes. Denn schließlich sucht ja auch Gott immer die echte, wirkliche Begegnung mit uns.

Wozu wurde er sonst Mensch?

Einen fröhlichen Sommer und bis denne!

Ihre und eure Pfarrerin 

Frauke Dietz