Café Schüle

„10 Jahre Café Schüle“

„Von guten Mächten wunderbar geborgen“ mit Pfr. Uwe Braun-Dietz am Dienstag 11. September ab 14.30 Uhr im Gemeindehaus Mittelgasse. Wie immer gibt‘s Kaffee und Kuchen und Zeit für Gespräche. Fahrdienst möglich über Gisela Müller, Tel. 07473/21611.

Ein Erfolgsmodell feiert seinen zehnten Geburtstag

Entspannt lernen im Café Schüle

Auf ein stetig wachsendes Interesse kann das Café Schüle zu seinem zehnten Geburtstag zurückblicken. Mangels Interesse war einst der Seniorennachmittag eingestellt worden; mit dem Konzept eines entspannten Bildungsnachmittags bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen sprang dafür das Café Schüle in seine Bresche.

Und obwohl sich der Name „Schüle“ von seinem Treffpunkt in der Mittelgasse ableitet, wo das „Schüle“ – die kleine Schule, sprich der Kindergarten – seine Heimat hat, ist die Bezeichnung auch passgenau für das Café Schüle. Denn jeden zweiten Dienstag im Monat geben ab 14.30 Uhr unterschiedliche Referenten Einblicke in verschiedene Themen – zum Jubiläum steht am 11. September beispielsweise Dietrich Bonhoeffer auf dem Plan. Mit etwa 45 Minuten erinnert die Referatsdauer auch an die Länge einer Schulstunde. Es besteht Gelegenheit zum Nachfragen und Diskutieren, doch ansonsten bestehen wenig Parallelen zum Pauken in der Schule. Denn der gegenseitige Austausch bildet das eigentliche Herzstück des Cafés Schüle.

Ideal für unkomplizierte Kontakte

Waren es zu Beginn nur etwa sieben bis zehn Bildungshungrige, die sich auf die Veranstaltung freuten, hat sich der Kreis im Laufe der Jahre deutlich erweitert. Zwischen 18 und 35 Teilnehmer zieht jeder Termin an; jemand, der sich neu für das Konzept begeistern will, muss also nicht befürchten, die eine verschworene Gemeinschaft vorzufinden. Ganz im Gegenteil: Es ist eine gute Gelegenheit, auf unkomplizierte Weise Kontakte zu knüpfen und ganz nebenbei etwas zu lernen.

Nicht nur für den Kaffee tragen Marianne Geiger, Irmgard Bohnet und Gisela Müller Sorge. Sie backen auch für jeden Termin die Kuchen selbst, so dass sich Genießen und Lernen aufs Beste miteinander  verbinden. Gerne jedoch wären sie froh, ein weiteres Mitglied in ihrem Organisationsteam begrüßen zu können und locken mit dem, was ein gutes Ehrenamt in heutiger Zeit auszeichnet: „Wir treffen uns etwa dreimal im Jahr, um die große Linie zu besprechen und die organisatorischen Aufgaben zu verteilen“, umreißt Gisela Müller den Umfang des Engagements außerhalb der monatlichen Termine. Wer sich also vorstellen kann, selbst einmal Gastgeber dieser Erfolgsveranstaltung zu sein, darf sich gerne bei ihr unter Telefon 21611 melden.

Vera Hiller

Angedacht

Reisepräsent

In unserer Familie ist es schon irgendwie ein Brauch, dass wir von einer Urlaubsreise für die, die in dieser Zeit daheim geblieben sind, ein kleines Geschenk mitbringen. So ein Mitbringsel, ein Reisepräsent ist ein Zeichen, das ausdrückt: Auch wenn du nicht dabei warst, haben wir an dich gedacht und möchten dich an dem teilhaben lassen, was wir erlebt haben. Deshalb gehören dann auch Geschichten dazu, von dem, was wir erlebt haben und wie wir dieses Reisepräsent gefunden haben.

Fest eingeprägt hat sich mir allerdings ein Urlaub, in dem ich gar nicht die Möglichkeit hatte, durch die Straßen eines Städtchens vorbei an Läden und Marktständen zu schlendern. Ich war mit anderen zusammen auf einer Segelfreizeit in Kroatien. Zunächst haben wir etwas mit auf die Reise genommen, was so nicht von uns geplant war. Bevor wir morgens in die Autos mit den Segelbooten im Schlepptau stiegen, hatten wir noch einen Vers aus der Bibel gelesen. Genau für diesen Tag stand als Losung im Kalender:

Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren, die haben Gottes Werke erfahren und seine Wunder auf dem Meer. (nach Psalm 107,23+24)

Dieser Gedanke war auf unserer Reise immer präsent. Was wir sonst vielleicht einfach als selbstverständlich hingenommen hätten, bekam dadurch eine zusätzliche Bedeutung. Die enge und gute Gemeinschaft, die Mahlzeiten auf den Booten, Sonne, Wind und Wellen, miteinander singen und beten, Fische und Vögel, Baden und Spielen – es war und wurde zu etwas Wunderbarem. Bei allem, was wir taten (oder auch bleiben ließen) hatten wir das Gefühl, dass Gott wirklich dabei ist.

Diese Erfahrung hat meinen Urlaub zu etwas Besonderem gemacht. Ich konnte nach der Reise keine Geschenke verteilen, aber erzählt habe ich viel. Mitbringsel konnte ich nicht kaufen, aber die Freude über diese Tage konnte ich mitnehmen, und obwohl schon so viele Jahre vergangen sind, ist diese Erfahrung immer noch präsent.

Es ist vermutlich nicht möglich, Sie mit diesen wenigen Sätzen an meiner Reise teilhaben zu lassen. Aber ich bin mir sicher, dass Sie nicht mit Schiffen aufs Meer fahren müssen, um Gottes Werke zu erfahren. Vielleicht reicht der Gedanke, dass Gott da ist, um die Zeit im Freibad oder auf dem Balkon zu etwas Wunderbarem zu machen und jede Reise zu einem Präsent.

Pfarrer Matthias Krämer