Wechsel im PPK-Sekretariat

Verabschiedung Christiane Schneider

Nach 21 Jahren Tätigkeit als Pfarramtssekretärin haben wir Christiane Schneider am 20. September im Gottesdienst in der Peter-und-Paulskirche in den Ruhestand verabschiedet.

Mehr als die Hälfte dieser Zeit durfte ich mit ihr zusammenarbeiten. In all den Jahren sind wir nie aneinandergeraten, was mehr an ihr lag als an mir. Wenn ich mich mal über etwas ereifert habe, gelang es ihr meist wunderbar, mich wieder zu beruhigen. Wenn Leute ihr anvertrauten, dass sie mit etwas nicht zufrieden waren, hat sie mir das auf geschickte Weise schonend beigebracht.

In der Schaltzentrale des geschäftsführenden Pfarramts hat sie stets den Überblick behalten. Wie viele wöchentliche, monatliche, jährliche Termine und Vorgänge galt es zu bedenken, wie viele Aktivitäten der Gruppen und Kreise im Blick zu behalten, in wie vielen Besprechungen mit Mesner und Hausmeisterin Informationen zu vermitteln und Belegungspläne zu koordinieren. Im Team haben wir stets ihre große Gewissenhaftigkeit und ihre freundliche und bescheidene Art geschätzt.

Man hat ihr abgespürt, dass sie ihre Tätigkeit aus der Kraft des Glaubens ausübte. Manches Gespräch an der Haustür oder am Telefon wurde zu einem niederschwelligen Seelsorgegespräch, manchen konnte sie in schwierigen Lebenssituationen Trost geben und Mut zusprechen. So hat sie viele Segensspuren hinterlassen; dafür sind wir ihr von Herzen dankbar.

Für den Ruhestand wünschen wir ihr weiterhin gute Gesundheit, viel Freude bei den Aktivitäten mit den Enkeln, beim Radfahren, Wandern, Schwimmen und Reisen – und vor allem Gottes Segen und Begleitung!

Joachim Rieger

Nachfolgerin Kerstin Guth

Liebe Gemeindemitglieder,

am 1. September trat ich die Nachfolge von Christiane Schneider als Pfarramtssekretärin in der Peter-und-Paulskirche an. Heute darf ich mich Ihnen im Gemeindebrief kurz vorstellen.

Mein Name ist Kerstin Guth und seit ungefähr 10 Jahren wohne ich mit meinem Mann nun schon in Mössingen. Aufgewachsen bin ich in der ersten Stadt an der Donau, dem schönen Städtchen Geisingen im badischen Teil von Baden-Württemberg. Dort lernte ich unter anderem über Kinderkirche, Jungschar, Konfirmation das Gemeindeleben kennen und schätzen.

Nun leben wir also im württembergischen Teil und fühlen uns ebenfalls wohl. Hier kamen auch unsere beiden Kinder (4 Jahre und 6 Jahre) zur Welt.

Nach dem Abitur absolvierte ich damals eine Ausbildung zur Buchhändlerin in der Musikstadt Trossingen. Unterbrochen durch Elternzeitpausen war ich, bis zu meinem Beginn hier im Pfarramtsbüro, bei einem geisteswissenschaftlichen Verlag in Tübingen angestellt.

Nun freue ich mich hier im schönen Pfarramt in der Brunnenstraße für Ihre Anliegen da sein zu dürfen. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit Herrn Pfarrer Rieger und allen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Und ich freue mich, das Gemeindeleben besser kennen lernen zu dürfen.

Bis wir uns persönlich kennenlernen, grüße ich Sie herzlich.

Ihre Kerstin Guth

Angedacht

Zum Wohle aller

Der Monatsspruch für Oktober – schon lange vor der Corona-Pandemie ausgewählt – gibt uns aus meiner Sicht wertvolle Hinweise für den Umgang mit der momentanen Situation: „Suchet das Wohl der Stadt und betet für sie zum HERRN; denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl!“ (Jeremia 29,7, Einheitsübersetzung). Das Wort „Wohl“ gefällt mir. Schon sein Klang verrät viel darüber, worum es geht: Wenn sich jemand „wohl“ fühlt, dann weiß er sich angenommen, dann fühlt er sich geborgen, dann geht es ihm gut. Nun geht es hier darum, dass wir auf das Wohl der anderen bedacht sein sollen, das Wohl einer ganzen Stadt – wir nennen das treffenderweise „Gemeinwohl“.

Viele Menschen haben in den vergangenen Monaten das Gemeinwohl vor ihr eigenes Wohl gestellt, allen voran Menschen, die im Gesundheitswesen, in der öffentlichen Ordnung und im Bereich von Bildung und Erziehung tätig sind. Wir merken aber auch, dass es auf die Länge der Zeit eine ganz schöne Herausforderung ist, aufeinander Acht zu haben, uns gegenseitig zu schützen, das Wohl der Schwächeren mehr zu achten als die eigene Freiheit. Doch gerade darum wird es die nächsten Monate gehen.

Nun sagte der Prophet Jeremia diese Worte seinen jüdischen Landsleuten, die nach Babylonien verschleppt worden waren. Babylon war zur damaligen Zeit vermutlich die größte Stadt der Welt. Der Prophet spricht also nicht nur das Gemeinwohl einer überschaubaren Kleinstadt an. In unserer globalisierten Welt bedeutet das, dass für uns Christen das weltweite Gemeinwohl nicht aus dem Blick geraten sollte. Anderen Ländern geht es in der Pandemie ungleich schlechter als uns. Hilfsorganisationen und Missionswerke brauchen weiterhin unsere finanzielle und ideelle Unterstützung. Und durch bewusstes Konsumverhalten können wir wenigstens einen kleinen Beitrag zum Gemeinwohl in anderen Ländern beitragen.

Angesichts der riesigen Herausforderungen scheint mir aber die zweite Aufforderung des Propheten umso wichtiger: „Betet für sie zum HERRN!“ Lasst uns um kluge Entscheidungen der Verantwortlichen beten. Lasst uns darum beten, dass bald für alle Menschen wirksame Mittel gegen das Virus gefunden werden, lasst uns für die Menschen beten, die Angehörige verloren haben, deren Gesundheit angegriffen ist, die wirtschaftlich kaum über die Runden kommen. Lasst uns Gott darum bitten, dass er der Pandemie ein Ende macht, lasst uns darum bitten, dass wir Menschen aus den gemachten Erfahrungen die richtigen Konsequenzen ziehen und neu Gottvertrauen lernen.

Für das Wort „Wohl“ steht im hebräischen Text dreimal das Wort „Schalom“, das wir gerne mit Frieden übersetzen, das aber viel mehr umfasst: Gesundheit, Sicherheit, Unversehrtheit, Ruhe und Heil. Diesen Frieden, dieses Wohl können wir letztendlich nicht selbst hervorbringen, es ist ein Geschenk Gottes, um das wir bitten können und sollen.

Seien Sie von Gott wohl behütet!

Ihr Pfarrer Joachim Rieger