Beginen damals und heute

Leben in der Nachfolge Christi

Als Beginen wurden ab dem 13. Jahrhundert u.a.  in Deutschland die Angehörigen einer christlichen Gemeinschaft genannt, die keine Ordensgelübde ablegten und nicht in Klausur lebten. Beginen führten ein religiöses, eheloses Leben in Gemeinschaft, in sogenannten Beginenhöfen oder -häusern. Sie schlossen sich ungeachtet ihres Vermögens oder Standes zu geistlichen Gemeinschaften zusammen.

Als Beginen verzichteten sie weitgehend auf persönlichen Besitz, lebten in Hausgemeinschaften und stellten ihren Unterhalt weitgehend durch Handarbeit sicher. Ziel der Bewegung der Beginen war die Verwirklichung eines Lebens in der Nachfolge Christi.

"Moderne Beginen" heute verbinden den Wunsch nach einem eigenständigen Leben mit dem eines gemeinschaftlichen Miteinanders im Wohnen, teilweise auch im Arbeiten. Sie sind bezüglich Alter, Herkunft, Ausbildung und Lebensläufen sehr vielfältig. Gemeinschaft bis ins hohe Alter ist den Beginen wichtig.

In Tübingen gibt es heute zwei Beginenhäuser, in denen Frauen leben. Über die Beginen damals und heute berichtet Frau Waltraud Wipper, Bewohnerin eines der Beginenhäuser, am Mittwoch, den 25. April ab 20.00 Uhr in der Martin-Luther-Kirche im Rahmen des Frauenkreises `Talitha Kumi`.

Herzliche Einladung an alle Interessierten!

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Angedacht

Segen und Sendung

Kürzlich stürmten sehr viele Dinge gleichzeitig auf mich ein. Alles für sich genommen nicht besonders tragisch, aber in der Fülle überforderte es mich. Das Gedankenkarrusell begann sich zu drehen – immer schneller und schneller. Eine innere Unruhe befiel mich, ich spürte, wie ich immer verzweifelter wurde.

Ein ganz kleines bisschen konnte ich erahnen, wie es den Freunden von Jesus in den Tagen vor Ostern ergangen sein musste. Jesus wurde von einem seiner Freunde verraten, gefangengenommen, in einem kurzen Prozess zum Tod verurteilt und unmittelbar danach gekreuzigt. Die Jünger wussten sich nicht anders zu helfen als sich zu verstecken. Hinter verschlossener Tür herrschten Angst und Verzweiflung. Daran änderte sich auch nichts, als am Ostermorgen ein paar Frauen kamen und behaupteten, Jesus sei von den Toten auferstanden.

Aber dann stand plötzlich Jesus vor ihnen und begrüßte sie mit den Worten: „Friede sei mit euch!“

Wenn Jesus den Frieden zuspricht, dann ist das mehr als ein guter Wunsch. So erlebten die Freunde von Jesus, dass die Verzweiflung einem inneren Frieden weichen musste. Sie spürten, dass nun eine neue Zeit angebrochen war. Der Tod, die tiefste Ursache von Verzweiflung und Angst, war nun besiegt.

Im Verlauf des Gesprächs wiederholte Jesus seinen Zuspruch: „Friede sei mit euch!“ Jetzt war auch der letzte Zweifel ausgeräumt, dass Jesus es so meinte wie er sagte und nicht nur die damalige Begrüßungsformel gebrauchte. Und er fügte hinzu: „Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ (Johannes 20,21 – Monatsspruch für April).

Mit dem Segen verbindet Jesus die Sendung. Eindrucksvoll dargestellt ist dieser Zusammenhang im Missionsfenster der Peter-und-Paulskirche. Der auferstandene Jesus segnet Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Kulturen.

Wer selbst durch den Zuspruch des Friedens gesegnet wurde, soll die Osterbotschaft vom Frieden Gottes weitertragen. Menschen auf der ganzen Welt sollen die Erfahrung machen können, dass Verzweiflung und Angst dem Frieden Gottes weichen müssen.

Als ich kürzlich innerlich so unruhig war, halfen mir übrigens ein ausführliches Gebet beim Fahrradfahren und wohltuende Gespräche mit Menschen, die es gut mit mir meinen. So hatte sich schon vor Ostern ein kleines bisschen Ostern bei mir ereignet.

Vielleicht machen Sie ja ähnliche Erfahrungen.

Gesegnete Ostern wünscht Ihnen

 

Ihr Pfarrer 

Joachim Rieger