Martin-Luther-Kirchen-Projekt

Kinderkirche auf Zeit

Für uns ist es noch nicht die Regel, aber in manchen Gemeinden ist es ganz normal: Man arbeitet projektweise in Gemeindegruppen wie zum Beispiel der Kinderkirche mit und hört dann auch ohne schlechtes Gewissen wieder auf.

Wir möchten dies allen anbieten, die sich nicht langfristig binden möchten,

aber dennoch Lust haben, ein paar Mal Kinderkirche mitzugestalten. In zwei Projektzeiträumen, Januar-Februar (bis zu den Faschingsferien) und März-April kann man an zwei oder drei Sonntagen mitmachen und das einbringen, was einem am meisten Spaß macht: Singen, basteln, Geschichte erzählen usw. Das Kinderkirch-Team freut sich über alle, die in dieser Form auf Zeit mit dabei sein wollen.

Infos im Pfarramt MLK, Tel. 6541 oder bei Gabi Stoll, Tel. 922834.

Angedacht

Ja-Engel und Nein-Engel

Engel - Anderer Advent e.V.

Weihnachtszeit ist Engelzeit. Überall sieht man süße Putten oder Rauschgoldengel. An Heiligabend bevölkern unzählige wunderschön weißgewandete Weihnachtsengel die Krippenspiele. Engel zum Basteln, zum Aufstellen oder an den Christbaum hängen – die himmlischen Flügelwesen, seit Kindertagen durch Lieder und Gedichte vertraut, gehören einfach dazu.

Aber was sind Engel eigentlich und wie ist das mit den Flügeln?

Es gibt in der Bibel tatsächlich einige Engel, die haben Flügel. Die Seraphen aus Jesaja 6, die im Himmel Gott beständig loben.

Aber das war’s auch schon. Der Rest der biblischen Engel kommt recht bodenständig daher. Die Cheruben zum Beispiel bewachen in 1. Mose 3 mit Schwertern das Paradies. Mit denen legt man sich besser nicht an.

Auch der Erzengel Michael trägt ein Schwert. Braucht er wohl auch als Anführer des himmlischen Heeres, das am Ende der Zeit den teuflischen Drachen besiegt (Offb 12).

Raphael ist der sprichwörtliche Schutzengel, der im Buch Tobit den Tobias begleitet und Gabriel ist Gottes Oberbotschafter schlechthin. Er sagt dem alten Zacharias, dass er noch Vater wird und später Maria, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringt (Lk 1). In ähnlicher Funktion erleben wir auch die Engel auf dem Feld bei Jesu Geburt (Lk 2,10) und an Ostern nach seiner Auferstehung (Mt 28,5). Sie bringen frohe Botschaft, tragen Gottes großes „Ja“ zu uns Menschen.

Es gibt aber neben den „Ja-Engeln“ auch „Nein-Engel“: Den Engel zum Beispiel, der im 4.Mose 22 Bileam entgegentritt, damit der nicht in sein Verderben rennt, oder den, der im 1.Mose 22 Abraham davon abhält, seinen Sohn Isaak zu opfern. 

Ich finde beide Arten von Engeln sehr wichtig. Zum einen brauchen wir immer wieder jemanden, der „Ja“ zu uns sagt und der uns auch Gottes „Ja“ verkündigt. Dafür steht der Weihnachtsengel, wenn er ruft: „Fürchtet euch nicht!“ Zum anderen braucht unsere Welt aber auch Nein-Engel, Engel, die stand halten und aushalten, solche, die Einhalt gebieten und zur Umkehr rufen. Vor allem sie haben es oft nicht leicht, weht ihnen doch immer wieder Eiseskälte und Hass entgegen.

Wenn wir also in den Weihnachtstagen die vielen putzigen und süßen Engelsfiguren sehen, dann weisen sie uns auf die eigentlichen Engel hin, die Ja-Engel genauso wie die Nein-Engel.

Diese finden sich übrigens überall – und sie haben praktisch nie Flügel. Überall, wo Menschen Gottes „Ja“ zu uns und sein „Nein“ zu Unrecht und Leid leben und zeigen, sind sie seine Boten mitten in dieser Welt. Nichts anderes bedeuten nämlich das hebräische Wort „mal’ak“ und das griechische „angelos“, als schlicht „Bote“.

Pfarrer Christoph Blumhardt sagte einst seinen Gästen zum Abschied immer: „Ich geb‘ dir einen Engel mit!“ Ich denke, er meinte damit genau solche Ja- und-Nein-Engel, egal ob mit oder ohne Flügel.

Auch ich wünsche Ihnen und euch solche Engel zur Seite und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Bis denne!

Frauke Dietz